Tea by the Gallon

Wenn man wie ich ab und an ein Weekend am Bildschirm verbringt, wenn es draussen kalt und garstig ist, liegt der Griff zum Tee, zur Teekanne wirklich nahe. Bei mir, jedenfalls, geht an solchen Tagen der Teekonsum in die Liter. Da gehen schon ein paar Kannen drauf, vorallem, wenn es Samstagabend noch spät wird. Ich bin nicht speziell empfindlich, aber wenn ich da so am zweiten Liter Darjeeling bin, kommt langsam ein Kribbeln auf. Tee hat seine Wirkstoffe und in solchen Mengen konsumiert sind die wohl weder sehr gesund, noch einer ruhigen Nacht zuträglich.

Die Antwort auf das Problem sind natürlich Kräuter- und andere Tees, bei denen Teein und andered kaffeinartige, anregende Substanzen nur in geringem Mass oder gar nicht Bestandteil sind. Allerdings schmeckt das Zeug dann meist nicht speziell – von echtem Teegenuss ist da keine Spur – und es fängt einem relativ schnell mal mit langweiligem Geschmack zum Hals raus zu hängen. Ein glücklicher Zufall hat mich zu einer echten Alternative geführt, die ich nun schon seit einigen Wochen im Einsatz habe und bei der ich mich immer auf eine Tasse, ja eine Kanne voll freue, weil da ist echter Genuss dabei. Und süsser Schlummer danach auch.

Tea

Der amerikanische Hersteller “The Republic of Tea” aus Novato in California bietet eine Reihe von Tees an, die man sorglos in grossen Mengen konsumieren kann und die dabei einen Geschmack entwickeln, den man geniessen kann fast wie wie den vom allerfeinsten Special Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe. Nun ja, Letzteres mag etwas übertrieben sein, aber die Mischungen von The Republic of Tea sind wirklich raffiniert und treffen meinen Geschmack genau.

Im Bild meine liebsten Versionen, die Produktbezeichnungen sagen wohl alles. Gefunden habe ich diese (und andere Tees von The Republic of Tea) bei Jelmoli in Zürich. In so einer Büchse sind 36 Beutelpacks, für die man etwa CHF 22.00 hinblättern muss. Absolut lohnend!

The Republic of Tea
Novato, CA 94948
USA

www.republicoftea.com (liefert offenbar nur in die USA)

In eigener Sache: Byebye XING

Da es vielleicht die eine oder andere Bekannte, den einen oder anderen Bekannten auch mal hier her verschlägt, nütze ich die Gunst des eigenen Blogs um schnell darüber zu orientieren, dass ich seit gestern nicht mehr auf Xing zu finden bin. Nachdem ich jahrelang einen Gratisaccount dort hatte, der mir – betrachte ich das mal ganz nüchtern – rein überhaupt nichts gebracht hat, war es schlicht nicht sinnvoll, da weiter dabei zu bleiben. Da sich Xing über die letzte Zeit immer mehr zur Spam-Schleuder entwickelt hat, erhoffe ich mir nun auch etwas mehr Ruhe in der Mailbox.

Also, Ihr kennt ja die einschlägigen Orte, wo man mich erreichen kann, habt meine Mail-Adresse oder kontaktiert mich hier, bei Twitter oder Instagram. Ich danke für Kenntnisnahme.

Kiva – eine Zwischenbilanz

Es ist wieder einmal, hier zum dritten oder vierten Mal, Zeit zum Stand der Dinge bei swisstweets, unserer Twitter-Kiva-Gruppe zu schreiben. Seit meinem letzten Bericht vom 25.02.2011 hat sich viel, ja sehr viel getan.

Mit 10 Mitgliedern und etwa USD 1’000 an vergebenen Mikrokrediten machten wir uns vor etwa fünf Jahren auf den Weg. Inzwischen haben sich insgesamt 180 Investorinnen und Investoren – viele auch nicht aus der Schweiz – angeschlossen. Zusammen haben wir den nun doch schon beeindruckenden Betrag von USD 216’950 unter die Klein- und Kleinstunternehmer dieser Welt gebracht. Da kann man inzwischen schon viel mehr als eine ganze Kuh kaufen, damit. Der Beweis ist jedenfalls erbracht: Kleinvieh macht auch Mist!

Zusammengefasst sieht das so aus (anklicken für grösser):

Kiva

Als Investoren bei Kiva werden wir natürlich regelmässig darüber informiert, wie es unserem Geld geht. Wer was wann wieviel von unseren zinslosen Kleindarlehen zurückbezahlt hat. Ob die angestrebten Ziele erreicht, die Visionen der Kleinunternehmer in die Tat umgesetzt werden konnten. Nachstehend ein kleiner Ausschnitt eines Statusberichts von Kiva über Kredite, die ich in jüngerer Zeit vergeben habe, um einmal auch öffentlich aufzuzeigen, wie die Organisation die Investorinnen und Investoren auf dem Laufenden hält:

Kiva

Da inzwischen weit herum bekannt ist, dass ich mich seit Jahren mit Kiva beschäftige, dort auch schon allerhand Geld investiert habe und auch weiterhin investieren werde, noch ein paar Gedanken zu meinen Motiven.

Von Spenden für Entwicklungshilfe halte ich grundsätzlich gar nichts. Egal wer mich anbettelt, welche Organisation dahinter stehen mag, von mir kommt kein Geld, das dann über mir nicht bekannte Kanäle und intransparente Verteilschlüssel irgendwem in Form von Bargeld oder Sachgeschenken zu Gute kommt. Meine Einstellung dazu: Diese Methode entwickelt nichts, rein gar nichts, ausser der Abhängigkeit der Empfangenden von noch mehr finanzieller bzw. materieller Hilfe. Bei mir gibt es – über Kiva – aber Geld für Selbsthilfe. Selbsthilfe für die ein Plan da ist, Ziele gesteckt sind und für die der Wille, diese mit einem kleinen Startschubser in Form eines zinslosen Darlehens zu erreichen, in die Realität umzusetzen, da ist.

In niemandes Leben gehen alle Pläne auf. Investieren bei Kiva birgt Risiken. Zwar wissen wir Investoren immer, wofür die zusammengetragenen Gelder eingesetzt werden sollen, wir wissen, dass die Vertretungen der Organisation vor Ort Bonität und Businesspläne prüfen, bevor Geld fliessen kann. Häufig sind die Kreditsummen, an denen man sich via Kiva beteiligen kann auch bereits vergeben und geflossen. Kiva sorgt lediglich noch für eine Refinanzierung, da die Kredite als Ganzes (und nicht verstückelt auf Kleinsttranchen) und schnell fliessen müssen. Wenn eine Kuh her muss beim Bauern in Tadschikistan, oder Regale mit Waren aufgefüllt, in Nicaragua, dann ist Zeit ja auch ein Faktor. Wenn’s dann nicht klappt, mit dem Plan, den Visionen, dann kommen Rückzahlungen unter Umständen zu spät, in grösseren Intervallen oder halt gar nicht zurück. Es gibt Ausfälle, wie in jedem Kreditgeschäft, klar. Da ich seit 2009 insgesamt 243 Kleinstkredite vergeben habe wird meine Erfahrung bezüglich der Ausfälle ziemlich representativ sein: etwa 2% meines Einsatzes ist verloren gegangen. Sinvollerweise sind die Kredite ja auch nicht versichert, so schlagen halt nicht nur unternehmerische Risken, sondern die einfachen Unabsehbarkeiten wie Tod, Invalidität, Krankheit, Bürgerkrieg und Naturkatastrophe negativ zu Buche..

In Relation zu den Gesamtzahlen bei Kiva, hält sich diese Ausfallquote bei mir übrigens im zu erwartenden Rahmen. Da mein eigenes Portfolio inzwischen recht gross und sehr diversifiziert ist, kann da nicht mehr viel passieren. So sieht es im Moment aus:

 

Kiva

Die Aufstellung der Fotos meiner Gläubigerinnen und Gläubiger – aktiven und ehemaligen – ginge hier seitenweise weiter.

Letztlich noch ein Wort zu den Kosten. Das Modell ist sehr einfach: Bei Beteiligung an einem Kredit fallen 10% der investierten Summe für Verwaltungskosten an. Die können die Investoren entweder mit dem geliehenen Betrag verrechnen lassen, oder – wie es wohl die meisten Investoren (auch ich) handhaben – der Organisation geschenkt werden. Obwohl es sich um ein Geldleihgeschäft handelt, spenden die Investoren also trotzdem etwas. Etwas, dass sie sich – nicht wie die Gläubiger – leisten können:

– den Zins, auf den sie verzichten
– das Ausfallrisiko, das sie tragen
– die Verwaltungskosten, die sie (optional) tragen

Monetarisiert handelt es sich dabei um wirklich kleine Beträge, selbst wenn man viel Geld in Umlauf setzt. Diese kleinen Spendenbeträge haben aber eine Hebelwirkung, die weit über der liegt, die eine in eine Büchse geworfene Spende haben würde.

Das war wieder einmal ein kleines Zwischenfazit. Ich melde mich in ein paar Jahren wieder zum Thema. Wer vorher Fragen haben sollte, kann sich gerne direkt an mich wenden. Auf jeden Fall empfehle ich allen interessierten Leserinnen und Lesern mal auf der Website bei Kiva rumzustöbern. Wer sich dazu entschliesst, bei dieser sinnvollen Sache mitzutun (weltweit hat Kiva 1,25 Mio. Investoren, die über USD 660 Mio. verliehen haben) darf sich natürlich gerne auch bei uns als Mitglied in unserem Team eintragen.

Zuallerletzt noch ein Aufruf an die swisstweets-Mitglieder, die hier mitlesen mögen: Räumt doch mal bitte wieder alle Eure Konten leer und reinvestiert die Gelder. Danke!                                               

Mit dem Tod leben

Er hat wieder einmal zugeschlagen, der Tod. Ganz in der Nähe, aber nicht so nahe, dass ich leiden würde, unter dem Verlust eines bestimmten Menschen. Aber andere, ihm näher stehende Menschen leiden, weil G. (nennen wir ihn mal so) nach fürchterlichem, wochenlangem Todeskampf die Waffen gestreckt hat und in hoffentlich möglichst schmerzlosem Morphiumnebel die Welt verlassen hat. Ohne G. jemals gesehen oder gesprochen zu haben, leide ich mit und fühle mich sozusagen in zweiter Instanz machtlos gegenüber dem, was da passiert ist. Ich biete die Schulter, so wie mir die Schulter geboten wurde, als ich selber der ganz nah betroffene war, als vor vielen Jahren meine Schwester und vor noch nicht langer Zeit mein Vater gegangen sind. Schulter anbieten, zuhören, trösten, ermutigen, manchmal insgeheim etwas taktierend versuchen, der Betroffenen Gedanken anderswo hin zu lenken. Mehr kann ich nicht – und fühle mich ziemlich mies dabei, weil ich weiss, dass ich in gewissem Sinne nicht mehr sein kann, als der Tropfstein für Tränen und der Pausenkasper, der versucht, wieder ein Lächeln auf sonst, als G. noch lebte, lächelnde Gesichter zu zaubern.

Irgendwie bewundere ich G. aus weiter Ferne, die noch weiter ist, als sie schon war. Da gibt es Menschen, die sind am Boden zerstört, zermartert mit Schmerz über seinen Abgang, obwohl der – G. hatte Krebs – absehbar war. Muss ein ganz toller Mensch gewesen sein, der G. wenn er so viel Trauer hinterlässt. Das ehrt ihn, das ehrt aber auch die Trauernden. Da kommt man als in zweiter Linie Betroffener ins Grübeln, überlegt sich auf das eigene inzwischen auch schon über ein halbes Jahrhundert alte Leben zurückblickend, ob dann da auch Trauernde da sein werden, wenn man selber geht. Ob die Menschen, denen man im Leben nicht gerecht wurde, die Grösse haben werden, nicht zu lächeln, wenn sie die Nachricht erhalten. Eine Frage, die nie beantwortet werden wird, denn selbst zu Lebzeiten zugesicherte Vergebung, Zuneigung kann nicht nachkontrolliert und einkassiert werden, wenn man als Mensch den Aggregatszustand “Asche” angenommen hat.

Ohne Ziel geschrieben, zeigen meine bisherigen Zeilen auf, dass der verfluchte Tod nicht eine Angelegenheit der Toten ist, wirklich. Denn deren Beitrag in dem ganzen Übergang ist lediglich der Übergang.  Für die Lücke, das Loch, das zurückbleibt, kann und soll man sie nicht zur Verantwortung ziehen, die allermeisten der Dahingegangenen taten das ja nicht vollkommen freiwillig. Wir, die noch da sind, haben mit dem Verlust zu leben. Das können wir in aller Regel auch, wenn wir Realitäten akzeptieren, oder (gar nicht mein Ding) einfach höheren Mächten die Verantwortung übertragen und es dann gut sein lassen.

Eine Falle gibt es da noch, in die man als Hinterbliebener nicht fallen darf. Es ist diejenige, den Hinschied eines bewunderten, geliebten Mitmenschen als Anlass zur Selbstzermarterung zu nehmen. Ich habe mich selbst dabei ertappt das zu versuchen, als Menschen von dieser Welt gingen, die mir persönlich näher standen, als G. Man kommt da in diese gefährliche “er war so wundervoll, ich bin so ein Nix und er musste vor mir gehen “-Denkschleife, aus der man im schlimmsten Fall nicht mehr rauskommt. Da muss man sich selber zur Distanz zwingen, vor allem eben auch auf vertraute Menschen hören, die nicht ganz so nahe an allem dran sind, die in der zweiten Reihe stehen, die einem den Rücken stärken und einem vor einem Absturz in unendliche Trauer bewahren können. Ich hatte solche Menschen aus der zweiten Reihe um mich, als mich der schwerste Verlust meines Lebens traf, zum Glück.

Mit dem Tod kann man leben.

Kunst

Kunst

Schön, wenn man einen talentierten Grafiker als Sohn hat. Da kriegt der Paps ganz tolle Weihnachtsgeschenke – im Original.

Mathias Kröbl, Spraydosenfarbe auf Leinwand, Lochblechtechnik 30×40 cm – jetzt in Privatbesitz

Einmal im Leben…

Es gibt ja die Weisheiten darüber, was man – insbesondere als Mann – mindestens einmal im Leben getan haben sollte, ansonsten mann kein richtiger Mann wäre. All das, was Mann dann nicht in den ersten drei Vierteln des Lebens hingekriegt hat übrigens, wird in die Bucket-List umgebucht und dort – unter wachsendem Zeitdruck abgearbeitet.

So wollen es die gesellschaftlichen Konventionen, offenbar. Und denen habe ich mich – ich war jung und brauchte das Ansehen – auch während Jahren unterworfen. So machte ich mich also vor vielen Jahren auf den Weg. Habe Frauen erobert, eine davon sogar geheiratet, Tochter und Söhne gezeugt und grossgezogen, Land gekauft und besessen, darauf ein Haus gebaut und Bäume gepflanzt. Ich habe Strecken meines Lebens (jetzt ist gerade auch wieder so eine) mit Bart im Gesicht beschritten, den Sonnenaufgang auf dem Mt. Fuji erlebt, mir Rom, die ewige Stadt, vor die Füsse gelegt. Vom Ehrgeiz getrieben habe ich dafür gesorgt, dass ich immer wieder – mal hier, mal dort – bei wenn auch oft trivialen Herausforderungen der schnellste, beste, erfolgreichste war. Nun bin ich 58 und stelle – nicht ganz unzufrieden – fest, dass es eigentlich gar nicht mehr so viele Dinge gibt, die auf meine Bucket-List, mit deren Abarbeitung ich mit 60 beginnen möchte, übertragen werden müssen.

Mein letztes kleines Erfolgserlebnis war eigentlich für die Bucket-List geplant, konnte aber vor einigen Wochen doch frühzeitig abgehakt werden. Ich wollte nämlich immer mal noch meinen Namen auf einem Buchdeckel sehen. Auf einem richtigen, gebundenen, gedruckten Buch. Voilà:

Vidal

Nun gut, mein Name befindet sich auf dem rückseitigen Buchdeckel, zusammen mit den Namen der anderen Autorinnen und Autoren, die etwas zu dieser kleinen, aber sehr feinen Sammlung von 41 Kurzgeschichten beigetragen haben. Unser aller Vorgabe von der Verlegerin war, etwas über Frauen im Zug, in der Schweiz, zu schreiben – wobei durchaus auch etwas Humor gefordert war. Das Resultat, so man es jetzt in Händen halten kann ist – ganz losgelöst davon, dass ich auch was geschrieben habe – wirklich lesenswert. Die perfekte Lektüre für’s Nachttischchen auch, so hat man während mehr als einem Monat jeden Abend ein Bettmüpfeli von machbaren Dimensionen, das garantiert nicht auf die Hüfte schlägt.

Wie bei meinen anderen hier erschienenen Buchempfehlungen bin ich auch in diesem Fall – was Geld angeht – vollkommen unbefangen, mit sowas verdient man als Autor nichts und als Verleger macht man zwar einem Haufen ambitionierten Schreiberlingen eine Freude – aber selber einen finanziellen Verlust. Wie dem auch sei, ich empfehle das Buch, wärmstens, es ist voll von prächtig formulierten Beobachtungen und Gedankengängen.

Die Frau im Zug
Herausgeberin: Fatima Vidal
www.vidalverlag.ch

ISBN: 978-3-9523734-6-0

Das Buch ist unter der oben angegebenen URL auch als E-Book erhältlich.

 

20 Minute Ramblings

Irgendwo muss es einen Aufruf gegeben haben, der fordert, dass wer immer sich als Schreiberling betrachtet, mal 20 Minunten lang einfach vor sich hin schreiben soll. Ohne gross nachzudenken, ohne zurückzulesen, ohne allfällige Fehler zu korrigieren. Einfach den ‘Flow’ machen lassen, sei die Devise. So jedenfalls hatte ich das eben irgendwo gelesen und verstanden. Ich mag falsch liegen, aber who kärs?

Viel Neues in meinem Leben in letzter Zeit. Eine zerbrochene Beziehung, leider. An dem nage ich noch, werde Wohl oder Übel drüber weg kommen müssen. Fantastisch erholsame Ferien in meinem geliebten Engadin, da in der Wohnung in Pontresina, in der ich jeden Sommer zwei Wochen verbringe, weil ich mich da so wohl fühle. Mir sehr wichtige Freunde aus den USA – nur ihn kannte ich von Twitter, aber wir sind als Feuerwehrmänner sowieso seelenverwandt – kamen mich besuchen, am vom Wetter her schlimmsten Tag in der Zeit da oben. Es hat den ganzen Tag geschüttet, wie aus Kübeln, für viel mehr als einen kleinen Spaziergang durch die mondänen Strassen von St. Moritz hat es nicht gereicht. Danach sind wir in meiner Wohnung im Arvenholzambiente am runden Tisch gesessen, haben geplaudert, Brot aus dem Puschlav, Käse aus der Region, Bündnerfleisch vom Feinsten und guten Wein aus dem Veltlin genossen. Es war gemütlich, meine Gäste waren begeistert. Ein echtes Highlight war das, ein Aufsteller, den ich irgendwie auch nötig hatte – so auf dem zwischenmenschlichen Bereich.

Was mich sonst noch so beschäftigt hat in den letzten Tagen und Wochen war teilweise politisches Zeug. So die ganze Geri-Gate Affäre und das Brimborium darum. Unglaublich, was für Schrott darüber geschrieben wurde. In den ‘offiziellen’ Medien, wie auch den ‘privaten’ (sprich: Social Media). Fakt ist und bleibt, dass der Typ führungsveranwortlich für über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Stadt Baden ist. Ich frage nun, die Leute, die sich für diesen Loser einsetzen: Wie wär’s wenn Du täglich mit der Stempeluhr überwacht wirst, damit Du auch wirklich Deine bezahlten Stunden abdienst und Du realisierst nun zwangsweise, dass Dein oberster Chef hinter der verschlossenen Cheftür die Hosen runterlässt, um Bilder von seinem Schniedel zu verschicken? Während seiner bezahlten Arbeitszeit. Wieviel Respekt hast Du noch vor so jemandem, wenn er anlässlich der Weihnachtsfeier Reden für’s Personal hält? Siehtst Du so jemanden noch als Chef an, zu dem Du aufblicken kannst, der Dich und das gesamte Unternehmen sicher steuern kann? Wohl kaum.

Lächerlich. Der gute Geri hat seine politische Karriere ruiniert, punktum. Soll er leben damit. Wie die Tusse mit den Muschifotos aus dem Bundeshaus. Allerdings hat die glaub’s eher Spass an der Sache gehabt und wird wohl auch noch Geld damit gemacht haben, oder es noch machen.

Niederschmetternd war in letzter Zeit auch, dass ich mehr oder weniger hautnah miterfahren musste, wie die Zustände an den Schulen in den Stadtbereichen mit hohem Ausländeranteil hier in Zürich sind. Da will ich nicht im Detail drauf eingehen, aber was mir den Gong! gegeben hat ist, dass es soweit ist, dass sich die bei weitem in der Minderheit befindenden ‘echten’ Schweizer Kinder von sich aus in ihrem schulischen Umfeld als Ausländer ausgeben. Primarschüler, die irgendwelche Stories erfinden, mit denen sie ihrem Umfeld suggerieren wollen, dass sie eben auch Ausländer seien. Weil sonst – gehören sie nicht dazu, kommen unter die Räder. Sie heissen also vielleicht ‘Abderhalden’, behaupten aber, dass ihre Wurzeln irgendwo im Balkan seien (der Name sei nur angeheiratet) und “ey, Monn”. Soweit sind wir. Solche Gedanken und Aussagen meinerseits sind natürlich politisch inkorrekt (eine Dimension, die mich nie berührt hat, ich sage auch immer noch ‘Neger’ weil ich das aus grammatikalischen Gründen zu meiner Primarschulzeit  als Strafe 10 Mal an die Wandtafel schreiben musste),  aber was politisch inkorrekt ist, geht mir sowieso am Arsch vorbei. Political Correctness ist für Schlappschwänze und Veganer, würde ich mal provozieren. Und provozieren ist mein Hobby – was mir mitunter auch zerbrochene Beziehungen beschert hat. Ich bin halt nicht ganz einfach.

Huch die Stoppuhr läuft!

Auf’s neue iPhone warte ich sehnlichst. Bald ist 9. September.

Fettich, keine Zeit mehr übrig…

Clevere Löcher

Design. Ich lasse mich immer gern reizen, von schönen Design-Ideen. Dinge die gut aussehen und durchdacht sind. Deren Funktion genau dem geforderten Zweck dient, die einfach sind und genial. Kein Wunder also, dass ich seit vielen Jahren als Jünger der Produkte aus dem Hause Apple durch die Welt gehe und sehr gut damit lebe. Aber es gibt nicht nur die Leute in Cupertino und ihren leider viel zu früh verstorbenen Übervater Steve Jobs, die Qualität und Design auf geniale Weise mit Funktionalität vereinen können. Manchmal braucht’s bloss etwas Luft in der Form von Löchern im Produkt um eben dieses zu optimieren und es vom banalen Gebrauchsobjekt zum edel designten, durchdachten Gebrauchsgegenstand zu erheben.

Ein schönes Beispiel zu so etwas wäre das Essbesteck, das ich auf meinen Wanderungen mittrage. Aus Titan, weil edel und im Vergleich zu Stahl auch federleicht, im Vergleich zu Aluminium unverwüstlich. Um aus der an sich simplen Konstruktion von Essbesteck mehr herauszuholen, hat man in die Griffteile auch noch Löcher gebohrt, was Gewicht spart. Wer genau hinsieht erkennt sofort, dass bei Gabel und Löffel aber nicht nur einfache Löcher drin sind. An den Enden haben die Löcher die Sechskantform von gebräuchlichen Muttern. Man kann die beiden Teile damit auch als Schraubenschlüssel verwenden. Natürlich kein Zufall, dass die beiden Schlüsselgrössen zu den gebräuchlichen Formaten gehören, die man braucht, um einfache Düsenwechsel an Gas- und Allzweckkochern der Herstellerfirma ‘Primus’ vornehmen zu können. Wer sich fragt, warum man beim Messer nicht auch ein Schraubenschlüsselloch eingebaut hat: Das wäre nicht sinnvoll, das Messer dient als Schraubenzieher, wenn Not am Mann ist, um bei den Muttern gegenzuhalten.

Sowas mag ich, sowas kaufe ich. Auch wenn’s vielleicht mal etwas teurer ist, als Durchschnitt.

Weil Durchschnitt darf nicht der Massstab sein. Weder für mich, noch für Design.