Nackt unter Menschen und Teil der Welt

Spencer Tunick, dessen Werke wir gleich immer zweifelsfrei identifizieren, hat lang gekämpft. Er hat gekämpft darum, seine (ich sag’ mal) Installationskunst in New York City zu betreiben, an dem Ort seiner Wahl auszudrücken, was er der Welt mitteilen wollte. Die Stadt New York hat sich gewehrt. Wehrt sich immer noch. Auch wenn es Tunick gelungen ist, nach Jahren des juristischen Kampfes schlussendlich ein auf dem ‘First Amendment to the United States Constitution‘  (regelt die Religions- und Meinungsfreiheit) basierendes Urteil zu seinen Gunsten zu provozieren, hat er bisher nicht mehr in New York fotografiert. Die Stadt hat leider immer wieder Wege gefunden, ihm Steine der Prüderie und der Engstirnigkeit in den Weg zu legen.

Tunick blieb vor allem die geografische Flucht. Nach Europa zum Beispiel, wo er unsäglich schöne Projekte verwirklicht hat, von denen dieses Buch, ‘European Installations’ eine Anzahl beeindruckende Fotos zeigt. Wir Schweizer mögen uns sicher am besten an die Fotos vom Aletschgletscher erinnern, die er im Auftrag von Greenpeace gemacht hat. Spektakulär, befremdend, niemals abstossend, übersinnlich irgendwie, wirken diese Fotos auf mich.  Tunick hat eins der Aletsch-Fotos als Cover für sein Buch verwendet. Es spricht.

Ab und zu sucht Spencer Tunick Menschen, die in seinen Bildern sein wollen. Man muss da gut mitlesen im Internet, auf Twitter und den anderen Plattformen, damit man davon hört. Leider (zum Glück?) sind die Projekte oft komplett überbucht. Ich hatte mich für den Aletschgletscher gemeldet (das dürfte nun niemanden verwundern) kam nicht dran, versuchte dann noch in Wien, was aber schlussendlich aus terminlichen Gründen nicht klappte. Leider, denn bei so was wäre ich gerne mal dabei und wäre nackter Mensch unter nackten Menschen.

Spencer Tunick
European Installations
Eigenverlag
ISBN 978-0-9890915-0-3

 

Hier wird etwas umgebaut…

Wie den Wiederholungstäterinnen und -tätern sicher bereits aufgefallen ist, wird hier mal endlich wieder gebastelt. Es ist auch höchste Zeit, denn – optisch von aussen kaum zu bemerken – da lagen einige Pendenzen im Argen. WordPess hat viele, viele neue Versionen gebracht, in den letzten Jahren. Die sind nun nicht mehr in allen Punkten kompatibel mit dem Inhalt dieses Blogs. Der datiert teilweise weit ins letzte Jahrzehnt zurück, ich mache das hier ja doch schon lange. Dabei habe ich mit sowas angefangen, als es noch kein Internet gab, aber das ist eine alte Geschichte, die nur alte Leute noch kennen.

Wie ersichtlich, ist das gröbste am neuen Design bereits funktional. Nun geht es noch um ein paar Details, die ich in den nächsten Tagen fixen möchte, wobei das die Betriebszeiten des Blogs kaum tangieren wird.

Danke für’s Verständnis und Interesse!

Ray

iBlöd

Es gibt ein paar wenige Menschen in meinem Leben, die kennen mich einfach schon fast zu gut. Da gehört sicher die hier schon ab und zu erwähnte C. dazu – und sie hat das gerade wieder einmal unter Beweis gestellt.

Wie konnte sie einem bekennenden Apple-Freak mit Hang zu gesuchten Sprachformulierungen ein besseres Überraschungsgeschenk machen, als mit diesem Buch?

iBlöd – Schreifehler sind Gluckssache von Stefan Weber_Aich ist eine gelungene, runde Sammlung von schrägen Wortkreationen, von denen der Autor gegen 700 auf Facebook publiziert hat. In Papierform halte ich jetzt ein “Best of” in Händen, durch das man schmunzelnd blättern kann, während man sich an Wörtern wie “Anthraxformular”, “Wiederverschwendbar” oder “Fressefreiheit” erfreut.

Stefan Weber_Aich, Musiker, Wortschöpfer, Texter/Gestalter hat in einer kleinen Auflage ein Bijoux aufgelegt, das ich jedem – Apple-Jünger oder nicht – wärmstens empfehlen kann!

Danke C.!

iBlöd – Schreifehler sind Gluckssache
VÖGELEKULTUR EDITION
CH-8808 Pfäffikon SZ
ISBN 978-3-908113-30-0

Antworten

Gestern erst lag es auf der Fussmatte vor meiner Wohnung, heute ist es schon zur Hälfte verschlungen. Sibylle Bergs bezaubernd lustige, clevere Kollektion von Artikeln aus der Reihe “Fragen Sie Frau Sibylle” wie sie der geneigte Berg-Leser aus dem S.P.O.N. kennt. Gewandt geschriebene, witzige Analyse von Dingen, die das Leben schreibt, Antworten auf Fragen, die zu beantworten wir doch selber fähig sein sollten, es aber oft nicht sind. Messerscharfe, meist in keinster Weise bösartige – im Gegenteil! – Beobachtungen im Umfeld, im Leben der Autorin. Antworten auf Fragen, die auch Dich und mich beschäftigen.

“Verblödet die Jugend immer mehr?”, “Muss man die Menschen nicht vor sich selber schützen?”, “Muss man unbedingt jemanden lieben?”, “Woran kann man glauben, wenn man nicht an Gott glaubt?” und Duzende weitere Hirn zermarternde Fragen werden beantwortet. Irgendwie.

Im dritten Teil des Büchleins (Zwischentitel: “Das ist die schlechte Nachricht. Wo bleibt die gute?”) liefert die Neo-Schweizerin unter dem Titel “Wenn die Welt untergeht, gilt das dann auch für die Schweiz?”  eine wirklich liebenswerte, mit scharfem Sinn gewonnene Erkenntnis darüber, wie wir Schweizer sind. Allein für dieses kleine Bettmümpfeli werde ich der Autorin gelegentlich noch um den Hals fallen. Bin ja Schweizer und sie ist mir nicht mehr fremd.

Das richtige Buch für auf’s Tischchen. Die Berg beantwortet Fragen und reisst dabei Abgründe in weitere davon auf. Goldig, lustig, tiefsinnig, schräg, toll!

Wie halte ich das nur alles aus?
Fragen Sie Frau Sibylle
Carl Hanser Verlag München
ISBN 978-3-446-24322-4

 

Twitter: An meine Followerinnen und Follower

Bei Twitter gibt’s 140 Buchstaben – wer verlängert, ist ein unzivilisierter Schnösel. Also tue ich das mir und meinen gegen 1’000 Followern dort im “Kurznachrichtendienst” nicht an. Aber es gibt schon ein zwei Dinge, die ich gerne mal loswerden möchte. Schon seit Monaten, Jahren gibt es die.

Es geht mir darum, mich hier mit mehr Buchstaben als auf Twitter möglich, ganz herzlich bei all den Menschen zu bedanken, die meine direkt von irgendwo in den Alpen verschickten Tweets faven, mir aufmunternd, manchmal bewundernd zurückschreiben. Ich finde das einfach wunderbar, es bedeutet mir sehr viel, dankeschön!

Bei der Sache möchte ich auch noch um Verständnis bitten und etwas beruhigen:

Was ich von da oben verschicke, kann ich meist selber gar nicht sehen. Weder die Fotos, noch den Text, den ich dazu tippe. Vorallem im Hochgebirge ist die Sonneneinstrahlung oft so stark, dass die Bedienung eines iPhones zum Blindflug wird. Und selbst wenn es dann bedient ist, heisst das ja noch lange nicht, dass meine Nachrichten auch rausgehen. Empfang gibt’s da oben halt schon eher dünn bis gar nicht. Klar, in der Region um St. Moritz klappt das mit Empfang viel besser, als im hintersten Glarnerland. Das führt zu Zeitverschiebungen auch: Manchmal lesen meine Follower auf Twitter “Tschakka!” erst zu einem Zeitpunkt, in dem ich schon die nächste Bergbeiz mit Handy-Empfang erreicht habe. Was es von da oben von mir zu lesen gibt auf Twitter ist oft nicht ‘live’, aber ich versuche das hinzukriegen. Klappt halt nicht immer. Dass anlässlich einer Tour auf den Fanenstock im Glarnerland vor ein paar Jahren besorgte Tweets von meinen Followern kamen, die mich zur Eile im Abstieg mahnten, hatte mit solcher Zeitverschiebung zu tun und ist für mich schlicht sensationell. Wunderbare Menschen, sie schauten auf mich, sorgten sich um mich.

Das bringt mich noch zum Thema Sicherheit: Ich bin oft allein in den Bergen unterwegs, manchmal auch auf Touren, die gewisse Gefahren wie Steinschlag, Lawinen und/oder schlicht Absturz mit sich bringen könnten. Mir ein Bein verknacksen kann ich genau wie Jede oder Jeder sonst auch. Da ist mir wichtig, dass meine oft ebenfalls bergbegeisterten Follower wissen, das es immer eine Person gibt, die ganz genau weiss, wo ich bin, wo ich hinzugehen plane. Oft hat diese Person von mir detaillierte Landkarten (meist Abfallprodukt aus der Programmierung meines GPS-Geräts) erhalten, die meine geplanten Wegpunkte zeigen. Mit diesen Personen bin ich in Kontakt, sie wissen wann ich losgehe, sie wissen bis wann ich mich zurückmelden muss.

Gerade in diesem Zusammenhang möchte ich mich – ohne Namensnennung – bei einer ganz tollen Frau bedanken, die diesen ‘Homebase-Job’ schon unzählige Male übernommen und auf mich aufgepasst hat. Die auch schon aktiv wurde, als ich mich mal nicht nach Zeitplan gemeldet hatte. Ihr vertraue ich. Langer Rede kurzer Sinn: Ich steige da nicht einfach allein auf zum Teil anspruchsvollen Touren in den Bergen rum. Ich bin ein vorsichtiger Berggänger, denke ich weiss, was ich kann und was nicht. Selten, sehr selten, bringe ich mich in den Bergen in Gefahr. Passiert ist es schon, aber es ist gut gegangen, Schwein gehabt. Geplant war das nie.

Vielen Dank für’s Dabeisein!

In diesem Sinne, hier und etwas grösser also sonst, ein “Tschakka!”-Foto. Es ist von heute, vom Gipfel des Munt Pers im Bernina-Massiv, meine Füsse stehen da 3’207.1 Meter über Meer. Hinter mir die beiden prominenten Berge: Links der Piz Kesch (der ist auf der Traumliste) und rechts pyramidenförmig der Piz Languard (den ich schon bestiegen habe).

Nochmal, danke! Toll, das es Euch gibt.

Der Windmühlenkampf beginnt

Erstes Kapitel (18. Juli 2013)

Ganz schön gestaunt habe ich, als ich heute beim Nachausekommen einen Brief (Luftpost!) aus Bayern in meinem Briefkasten vorfand. Von einer Behörde, die sich offensichtlich mit dem Eintreiben von Verkehrsbussen befasst. Noch bevor ich den Umschlag geöffnet hatte wusste ich schon, dass das Schreiben sicher die Ouverture zu einem weiteren Kampf mit den Windmühlen (warmer Wind, viel!) der Behörden im grossen Kanton sein würde. Damit auch niemand was verpasst, binde ich meine verehrte Leserschaft gleich von Anfang an in alle nun folgenden Vorgänge und die Korrespondenz ein. Genauso halte ich die Schweizer Botschaft in Berlin und das EDA in Bern auf dem Laufenden, denn es war ja der Bund, der meine persönlichen Daten den Deutschen Behörden zur sorgfältigen Verwendung im Zusammenhang mit an Schweizer zu verteilenden Knöllchen zur Verfügung gestellt hat – was ich eh als eine Schweinerei empfand, als das damals publik wurde.

Also, die Chronologie beginnt hier, draufklicken macht das Zeug schön lesbar:

Exhibit 1

Exhibit 2

Exhibit 3

Soviel für heute. Die Briefe gehen morgen auf die Post.

Stay tuned!

Nächstes Kapitel (2. August 2013)

Ha, das hat ja nicht lang gedauert, bis ich einen weiteren blauweisskarrierten Umschlag aus dem Briefkasten hieven durfte. Offenbar habe ich mit meiner ersten Argumentation den Durchbruch in die Hirne dort nicht geschafft, wie Exhibits 4 und 5 zeigen.

Exhibit 4

Exhibit 5

Tja, ich weiss nicht, wie es meinen verehrten Mitlesern ergeht, aber für mich hat Frau Polizeihauptmeisterin Schmidt da aber einen sehr autoritären, von-oben-herab Tonfall aufgegriffen. Sowas mag in Deutschland funktionieren, aber bei mir sicher nicht.

Exhibit 6

Das geht am Montag auf die Post. Mal sehen. Das mit dem Seehofer wird keine leere Drohung gewesen sein, imfall.

Bis bald!

Nächstes Kapitel (5. August 2013)

Ah, es geht schon weiter. Heute war ein Abholschein für ein Einschreiben im Briefkasten hier. Der Brief kommt aus Deutschland, ich hör’ die Nachtigall trapsen. Das Ding hole ich morgen mal ab (zum Postamt sind’s zwei Stationen mit dem Bus) und breite den Inhalt des Briefes und vielleicht auch eine Reaktion darauf hier aus.

Exhibit 7

Stay tuned!

Exhibit 8

Da ist er ja!

Tja, da scheint das mit der Kommunikation zwischen Straubing und Viechtach noch etwas im Argen zu liegen. Schreib’ ich besser gleich was zurück, könnte ja sein, dass es auf diesem Amt vielleicht jemanden gibt, der liest.

Exhibit 9

Geht morgen auf die Post. Diesmal auch per Einschreiben. Ist weg.

Vor dem Versand habe ich den Brief noch als “fristgerecht eingereichte Einsprache” gekennzeichnet, um die zweiwöchige Einsprachefrist zu wahren. Zudem stellt die offizielle Einsprache auch sicher, dass ich eine Antwort bekomme. Auf die rechtzeitig eingereichte Einsprache muss von Gesetz und Amtes wegen her eingegangen werden.

Statusmitteilung vom 23. August 2013: Nach Rückkehr aus zwei Wochen Ferien stelle ich fest, dass sich weder der Freistaat noch sonst eine in die Korrespondenz involvierte Partei in der Zwischenzeit gemeldet hat. Ich warte mal weiter.

Nächstes Kapitel (11. September 2013)

Da kommt nix mehr. Es bleibt mir also nichts anderes übrig, mich mal zu erkundigen, was denn nun Sache ist. Diese Sache lasse ich nicht ruhen, denn verarschen lasse ich mich nicht. Wer mich anschuldigt, muss dafür geradestehen. Genau so wie ich gerade stehe, wenn eine Anschuldigung gerechtfertigt ist.

Exhibit 10

 

Mehr kann ich wohl im Moment nicht machen. Warten wir weiter, stay tuned.

Nächstes Kapitel (20. September 2013)

Exhibit 11

Tja, das ist eine herbe Enttäuschung. Stellen die das Verfahren einfach ein. Also, sie meinen, es sei eingestellt, denn sich einfach mal so selber wegen “unbillig” von Kostenfolgen befreien kann der Freistaat ja schon. Mal sehen, was ich dazu meine.

Im Ernst: Mir geht es nicht um die Kosten, ich will ja auch kein Geld vom Freistaat Bayern, sondern mein Recht. Dazu gehört, wie ein mündiger Bürger eines mündigen anderen Staates behandelt zu werden.

Aber fangen wir ganz oben an, denn da gibt’s was, das so wunderschön in die Geschichte hier reinpasst:

Wie auch auf den Scans gut ersichtlich, wurde auf dem Brief händisch an meiner Adresse rumgeflickt. Das Wort ‘SCHWEIZ’ ist nachträglich von Hand auf den Brief gekommen. Was man aus technischen Gründen hier nicht erkennen kann ist, dass es sich dabei um eine TippEx-Korrektur handelt. Hält man das Originalschreiben nämlich gegen ein Fenster, ist klar ersichtlich, dass unter dem TippEx “Österreich” steht. Soviel einfach mal dazu, dass in Bayern offenbar erstens Leute mit ziemlich mangelhaften Geografiekenntnissen in hohen Ämtern walten und zweitens bereits von “Urkundsbeamten” unterschriebene Gerichtsurteile vor nachträglicher Manipulation nicht sicher sind. Das macht schon den Eindruck von ‘Bananenrepublik’ – und wir sind erst bei der Adresse.

So, man bzw. frau hat also das Verfahren gegen mich eingestellt. Zulasten der Staatskasse. Aber ich darf auch nix kriegen, klar. Muss mir dann diesen §47 OWig und den §467/IV StPO mal noch ansehen, wenn ich meine Hände auf die Bücher kriege. Das Ganze ist übrigens ein Gerichtsurteil ohne Rechtsmittelbelehrung. Man geht natürlich davon aus, dass ich niemals so blöd wäre, dagegen Rekurs oder Einsprache zu erheben, da es ja zu meinen ‘Gunsten’ ausgefallen ist. Haha! Da schlaf’ ich dann noch drüber, Frau Dettenhofer.

Nun, wo stehe ich jetzt?

  • ich hab’s offiziell – kein Verfahren gegen mich. Fallengelassen, eingestellt, die Bayerischen Löwen haben den Schwanz eingezogen
  • die Bayerische Polizei hat schriftlich behauptet, sie hätte Beweise (Vergleichsfoto, Vertrag). Was ist jetzt mit denen? Wenn es tatsächlich Beweise gewesen wären, hätte Frau Dettenhofer das Verfahren nicht einstellen dürfen. Ausser sie wäre Richterin in einer Bananenrepublik, natürlich, wo Richter das tun, was der Staat gern hätte
  • auf keins, absolut keins meiner Schreiben, auch nicht auf die formelle Einsprache wurde eingegangen

Ich kann ja immer noch zwei Thesen für gültig ansehen, nach Sachlage:

  • jemand hat meine Identität geklaut um ein Auto zu mieten. Die Bayerischen Behörden gehen aber nicht auf meine Forderung, das Beweismittel (Mietvertrag) sehen zu wollen  ein, obwohl eben dieser Mietvertrag als Beweismittel gegen mich ins Feld geführt wurde, also mit Sicherheit real existieren muss!

oder

  • die Bayerischen Behörden haben schlicht gelogen. Es gibt keine Beweismittel, keine Vergleichsfoto (wäre eh lächerlich, der Typ sieht nicht so aus wie ich) keinen Mietvertrag. Das wäre dann Bananenrepublik in Reinkultur, Nötigung, ein verdammter Skandal

Ich werde jetzt mal noch ein zwei Nächte drüber schlafen, bevor ich mein weiteres Vorgehen festlege. Das Ende ist das hier jedenfalls sicher nicht!

Den Leuten, die in Kommentaren darauf hinwiesen, dass ich Steuergelder verschleudere, möchte ich schon auch noch zwei Worte zukommen lassen, sofern sie selber in Deutschland Steuern zahlen: An Eurer Stelle täte ich’s ja nicht. Im konkreten Fall wurden die Gelder in einem von A bis Z seitens der deutschen Behörden stümperhaft und schlampig durchgezogenen Verfahren in den Sand gesetzt. Selbst meine jüngste Enkeltochter (4) hätte auf Anhieb erkannt, dass der Typ auf der Foto nicht ich bin. Und das ist erst der Anfang.

Wenn das ist, was die Deutschen meinen sei Rechtsstaat (immerhin weibelt die Merkel auf der ganzen Welt rum und will unterentwickelten Staaten beibringen, wie man Staat macht) dann aber Prost.

Resi, no a Mass!

Nächstes Kapitel (29. September 2013)

Ich wehre mich. Kann ja nicht sein, was hier abgeht. Damit der geneigte Leser, die geneigte Leserin aber meinen Brief – die Reaktion auf die Einstellung des Verfahrens – auch versteht, müssen wir hier zuerst mal den § 47 OWig einblenden, denn der war die Grundlage:

AGM_47

Nachstehend was ich draus mache:
Exhibit 12

Geht morgen auf die Post. Warten wir mal wieder auf den nächsten Trick, den die aus dem Seppl-Hut zaubern.

Nächstes Kapitel (19. Oktober 2013)

Echt, das hatte ich so eigentlich schon erwartet. Jetzt ist die Frau Richterin am Amtsgericht mal etwas am Arsch. Also tut Sie, was ich in Ihrer Situation auch täte, wenn ich ein Schlammsack wäre. Ich täte auf “Ich bin unantastbar, unfehlbar, ich bin der Freistaat Bayern, ich schick’ mal die Kohle zurück und hoffe, der Arsch lässt mich in Ruhe. Dass wir Bayern hier Scheisse gebaut haben weiss ich zwar, aber ich tu’ mal so, als wüsste ich das nicht. Er ist ja weit weg. In Österreich. Oder Schweiz, oder so einem fremden Land, von dem ich nichts weiss. Ausser dass ich dort ein Konto habe. In Österreich, natürlich. Schweiz ist ja riskant, inzwischen, seit Hehlerei in der BR Deutschland legalisiert wurde”.

Exhibit 13

 

Tja. Mager, find’ ich. Da schreib’ ich doch gleich mal was zurück:
Exhibit 14

Wenn sie’s nicht schnallen will, werde ich schärferes Geschütz auffahren müssen. DAS, was die da mit mir machen lasse ich mir nicht gefallen. Ich bin ja kein Schaf.

Stay tuned.

Nächstes Kapitel (16. November 2013)

Erst einmal ein paar ganz grundsätzliche Sachen zu dem hier. Man möge mir zu Gute halten, dass ich den Titel dieses Blogposts wählte, bevor ich wirklich wissen konnte, was folgen würde. Ich war auf alles gefasst, dachte damals schon, dass ich es mit einem unglaublich dummen, überhaupt nicht an Bürgern oder Menschen orientierten Apparat zu tun kriegen würde. Insofern kann mir nun wahrlich niemand das Gegenteil beweisen, diesen Deppen und Deppinnen von den bayerischen Behörden, Polizei, Gerichten – und wie man später lesen kann auch der Oberstaatsanwaltschaft – kann man nichts attestieren. Ausser, dass es sie nicht braucht. Meine Güte, die Leute kriegen Lohn bezahlt für das, was sie da tun. Und die Merkel rennt in der Welt rum und will allen beibringen, wie man Staat macht, was Demokratie ist und all das. Es ist zum heulen.

Nun, hier ist wieder mal Post angekommen. Diesmal in Pink! Von “Blauen Briefen” habe ich schon oft gehört, habe ich auch schon welche erhalten. Allerdings, welche in schönem Rosa auch, aber  da waren dann manchmal süsse Lippenstift-Küsse drin, oder kleine Haarlocken-Schnipsel, oft von der eher krausen Sorte. Ich war ja auch mal jung.

Exhibit 15

Nichts anderes erwartet. Das System deckt sich selber. Mit so einer “Verfügung” könnte man sich in der Schweiz mal den A… wischen. So funktionieren nur Bananenrepubliken, denn ich muss als Bürger auf meine Rechte hingewiesen werden (sog. Rechtsmittelbelehrung) und die Verfügung muss in einem Zeitrahmen (der mir mitzuteilen wäre)  anfechtbar sein. Beides findet in Bayern und/oder der BRD nicht statt. Der Bürger hat zu kuschen, ohne dass ihm gesagt wird, warum und man sagt ihm auch nicht wie.  Management by Champignon: “Keep ‘em in the dark and cover them with shit”, sagt man dem.

Wie aus der Aussensicht ja bekannt, kuscht der Deutsche ja auch. Immer. Wenn’s von oben kommt, wird gekuscht. Nachlesbar in den Geschichtsbüchern der letzten paar hundert Jahre, sichtbar in der Politik. Denn in Deutschland wird Politik gemacht, die in den seltensten Momenten dem entspricht, was der Bürger eigentlich will. Der Staatsapparat hat sich separiert, findet in Brüssel statt, kümmert sich um jeden Scheiss, der ihn nichts angeht und wischt Bürgerrechte mit dem Beamten-Mopp weg. Deutschland, soweit warst Du schon mal.

Ich schreibe da noch einmal zurück, bitte aber alle Mitlesenden _ernsthaft_ darum, ganz unten, nach den beiden Briefseiten die folgen, noch genau mitzulesen. Danke!

Exhibit 16

Hier endet die Geschichte für Euch. Ich danke für’s Interesse, für die vielen aufmunternden Kommentare, die harsche Kritik, die Schulterklopfer. Mit dem Apparat da kann man schon fertig werden. Aber das ist nicht meine Aufgabe – konstruktiv wirke ich, wo’s auch was bringen soll. Hier, in einem Land wo Dinge noch funktionieren.

Als ich vor Monaten den ersten Brief aus Bayern im Briefkasten vorfand, wusste ich, was mir blühen würde. Ich habe mir erlaubt, etwas damit zu spielen, etwas Rummel zu machen. Lustig daran war für mich eigentlich nur, dass die ABSOLUTE Humorlosigkeit dieser fürchterlichen Apparatschiks so spürbar wurde. Das sind ganz, ganz blöde Menschen, mit denen ich es da zu tun kriegte. Keine, Keiner konnte über den Schatten seines jeweiligen Beamtendaseins springen.

Unprovozierbar, unendlich unmenschlich. Ich verachte sie.

Das Fazit, war das.

Hans Peter ‘Mani’ Matter in hellerem Licht

Bald jedes Schulkind in der Schweiz glaubt ihn zu kennen, meine eigenen, längst erwachsenen Kinder haben schon im Kindergarten Lieder des berühmten ‘Berner Troubadours’ – wie ihn alle nennen – gesungen. Klar, Hans Peter, genannt ‘Mani’ Matter hat tatsächlich während einiger Zeit in einer kleinen Gruppe musiziert, die sich die ‘Berner Troubadours’ nannte. Ich denke nicht, dass Matter jemals Troubadour sein wollte und nach der Lektüre von Wilfried Meichtrys dichten, packenden Biografie des 1972 bei Kilchberg unweit Zürich tödlich verunfallten Berners, bin ich dabei ziemlich sicher.

Meichtry legt ein von den Hinterbliebenen Matters, insbesondere seiner Witwe Joy Matter-Doebeli, autorisiertes Werk vor, das dem Leser den Mani Matter näher bringt, der er offenbar war, Troubadour nämlich nur am Rande – und eher zufällig. In unzähligen Zitaten aus der zum Glück noch reichhaltig vorhandenen Korrespondenz Matters mit Freunden, Familie, Ehefrau, stückelt Meichtry ein Bild Matters zusammen, dem Mani Matter, wie er sich selber sah, wie er von seinen Nächsten erlebt wurde. Alle diese Teile, in der Chronologie des Lebens Matters, kittet Meichtry mit dem zusammen das die Öffentlichkeit, die Medien über ihn zu wissen glaubten.

Hans Peter Matter – das wissen heute vielleicht nur noch die Älteren unter uns – war ein sehr politischer Mensch. Er politisierte auch mit dem ‘Jungen Bern’ einer lokalpolitischen Gruppe die sich nicht als Partei verstand, liess sich für Stadtratswahlen in Bern aufstellen, hatte einen Hang, ja Drang zum politischen Liberalismus, der – liest man Texte Matters bei Meichtry – streckenweise staatsmännische Gedankengänge und ein grosses Verantwortungsgefühl für das Wohlergehen der Gesellschaft spüren lässt. Ende der 50er Jahre letzten Jahrhunderts verfasste er für das ‘Junge Bern’ ein Papier, welches er mit ‘Anstelle eines Parteiprogramms’ betitelte. Ein kurzer Auszug daraus:

“Auf die Haltung, die den politischen Entscheiden zugrunde liegt, kommt es uns an. Ist nicht sie es, die das Wesen unseres Staates ausmacht? Man wird uns vorwerfen, es sei leicht, die Haltung für wichtig zu erklären; aber heute gehe es vor allem darum, für konkrete Fragen Lösungen zu finden. – Wir entgegnen: Gerade deshalb! Wer will dem Bürger noch zumuten, alle Fragen, die man ihm vorlegt, selbständig zu entscheiden? Es ist einfach nicht mehr möglich, dass er sich selber etwa über einen Alignementsplan oder über die Ausgestaltung einer Pensionskasse ein Urteil fällen kann. Die meisten Fragen erfordern heute besondere Fachkenntnisse. Das Vertrauen in die Behörden muss zur Grundlage unseres Staates werden, wenn die Demokratie sinnvoll bleiben soll. Der Bürger kann nur noch Grundsätzliches entscheiden und überwachen. Er soll sich deshalb vergewissern, dass die Politiker sich ihrer Verantwortung bewusst sind und fürs Ganze denken.”

Liest man von und über Matter bei Meichtry, kommt in einem Seite für Seite immer stärker die Erkenntnis auf, dass der Troubadour Mani Matter, den wir alle zu kennen glauben, nicht einmal die Spitze eines riesigen intellektuellen Eisbergs war. Mani Matter wollte sich und der Welt noch viel mehr bieten, denn eigentlich wollte er nichts anderes sein als Schriftsteller. Leider verlor er diesbezüglich seine streng selbstkritische Haltung erst kurz vor seinem Tod.

Nicht auszudenken, was dieser Mann unserer Gesellschaft noch gegeben hätte – Mani Matter wäre diesen August 77 Jahre alt geworden.

Wilfried Meichtry
Mani Matter
Eine Biografie
Nagel & Kimche im Carl Hanser Verlag München
ISBN 978-3-312-00559-8

In eigener Sache, mal wieder…

…sei berichtet, dass ich – ja, das geht – mit über 55 Jahren und nach fast genau 30 Jahren, den Arbeitgeber gewechselt habe. Seit Anfang 2013 arbeite ich mit grossem Vergnügen, Engagement, mit tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, einem Chef den ich voll und ganz akzeptieren kann – beim Kanton Aargau. Womit das Ende meiner Frotzeleien über den Energiekanton in diesem Land natürlich bereits bei mir angekommen ist. Die längere Schreibpause – bezeichnend ist wohl, dass der vorherige Post hier um ein Billet nach Aarau ging, weil ich da an ein letztes Gespräch mit meinem damals zukünftigen, heute derzeitigen und letzten Arbeitbgeber reisen musste – sei mir bitte verziehen. Neuer Job, viel zu lernen, jeden Abend Kopf am dampfen und rauchen.

Langsam spüre ich wieder das Kribbeln, das ich brauche, um auch hier mal wieder etwas über die Tastatur zu tanzen.

Danke für’s Verständnis und ‘stay tuned’.

Ray