Da die Anzahl meiner hier in die Öffentlichkeit gestellten Schreibereien – auch ‘Postings’ genannt – vor kurzem vierstellig geworden ist, denke ich, dass es an der Zeit ist, meine Leserschaft über die bei mir und für mich geltenden Rechtschreibregeln zu informieren. Dies wird einem besseren Verständnis für meine zukünftigen Wortschmiedereien sicher dienlich sein.
Grundsätzlich ist es so, dass ich mich über selber verübte Tippfehler wirklich grässlich ärgere. Da ich bekanntlich ein Ausbund der Pingeligkeit bin, korrigiere ich jeden Vertipper sofort, wenn ich ihn entdecke. Ich bin auch dankbar für Hinweise auf Tippfehler – allerdings bitte ich darum, mich per E-Mail (Menu: ‘Kontakt’) auf Fehler hinzuweisen. Öffentliche Kritik an meiner Schreibe habe ich nicht gern bzw. will ich schon gar nicht haben.
Die ‘Neue Deutsche Rechtschreibung’ kann mir mal, denn erstens bin ich gescheit genug, fremdsprachige Wörter richtig zu schreiben und zweitens war ich schon immer mit der alten Rechtschreibung auf Kriegsfuss. Der neue Kram kommt mir nicht in die Tüte – mich verwickelt man nicht in einen Zweifrontenkrieg.
Kommaregeln sind mir ein Buch mit sieben Siegeln. Deshalb setze ich das Komma nach ästhetischen und stochastischen Grundsätzen ein. Das heisst, die Kommata werden wie mit einem Salzstreuer schön gleichmässig (Ästhetik) über den Text verteilt und werden dann wahrscheinlich (Stochastik) teilweise am richtigen Ort gelandet sein.
Gross- und Kleinschreibung: Das ist so eine Sache bei mir. Ich habe mich dafür entschieden, mit einer Trefferquote von etwa 90% zufrieden zu sein. Ende der Diskussion zu dem Thema.
Ich liebe Fremdwörter und hochgestochenen deutschen Wortschatz, die ich beide mit perversem Vergnügen in möglichst komplizierten – aber immer logisch aufgebauten – Schachtelsätzen zum Einsatz bringe.
Was mich zu den Binde- und Gedankenstrichen bringt. Die brauche ich oft, weil man – und das ist ja das Ziel der Anlage – so doch wesentlich schneller eine unübersichtliche Satzkonstruktion hinkriegt und einzelne Sätze – mangels inhaltlicher Substanz – ganz effizient auf eine Länge ausdehnen kann, die den Lesenden überfordert – und somit von den inherenten Mängeln ablenkt, wobei dann durchaus auch eine gewisse Ehrfurcht meiner Schreibmacht gegenüber entstehen soll.
Ja, ich masse mir an, gelegentlich eigene Wörter zu erfinden. Dies einerseits, weil die deutsche Sprache nicht alles abdeckt, das ich ausdrücken will und andererseits, weil ich durch den Einsatz dieses Mittels die Chance wahrnehmen kann, mich etwas mit dem Ruhm des Teilzeitzürchers James Joyce zu bekleckern - ist und bleibt er doch, denken wir an ‘Finnegans Wake’, Weltmeister der Wortkreation.
Wer also mit den oben erwähnten Tatsachen leben kann, kann hier vor grammatikalischen Überraschungen gefeit weiterlesen.
Für’s Interesse an den ersten Tausend Postings danke ich allen herzlich.


{ 4 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
das könnte ich glatt so bei mir als post einfügen =) danke für die ausführungen, ist stets sehr spannend bei dir zu lesen.
Gratuliere
Herzliche Gratulation!!!!!
auch ich komme noch dahin!!
herzliche gratulation auch von meiner seite. – auf die nächsten tausend!