Tja, ich kann nicht ganz nachvollziehen, was die Zeitungen heute schreiben, vonwegen eines fulminanten Kinostarts des neuesten Spielberg Films ‘Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull’. Gestern abend
war das Corso 1 hier in Zürich ziemlich leer – und Montag ist ja Kinonacht mit den vergünstigten Ticketpreisen.
Der Streifen ist für meinen Geschmack bei weitem der schwächste aus der Reihe. Im ersten Teil (bis es endlich richtig losgeht) viel zu langfädig, der ganze Plot mit der Anbindung an den angeblichen UFO-Absturz in Roswell vermischt mit südamerikanischer Prähistorie könnte von Erich von Däniken sein – jedenfalls ist er genau so unglaubwürdig und an den Haaren herbeigerissen wie der Quatsch den von Däniken schreibt.
Indiana Jones (wie Harrison Ford) ist zu alt für die Geschichte. Zudem sind viele Löcher drin, im Plot und in der Continuity. Beispiel: Gleich ganz am Anfang wird einem der russischen Bösewichte in den Fuss geschossen. Kaum einen dramaturgischen Tag später rennt er rum, wie ein Rehlein.
Klar, ein paar tolle Action Szenen gibts schon, Wasserfälle, Ameisen, einen UFO-Start, aber insgesamt hat mich der Film gar nicht überzeugt. Kein erotisches Knistern, keine attraktiven Frauen, wenig Witz, zu lachen gibt’s kaum was.
Damit man mich nicht falsch versteht: Die Schauspieler machen ihren Job schon gut. Harrison Ford sowieso, die ‘wiederauftauchende’ Karen Allen als Marion Ravenwood, die wir als trinkfeste Himalayabeizerin aus ‘Raiders of the Lost Ark’ kennen ebenfalls. Cate Blanchet als Irina Spalko ist schön eklig, wie es die Rolle verlangt, der junge Shia LeBeouf als Mutt Williams hat auch Freude bereitet. Die Rolle vom nächsten Henry zu übernehmen haben ihm Spielberg/Lucas gleich mal vorsichtshalber aufgegegleist. Ein Fehler, denn Indiana Jones hat sich leider totgelaufen. Schon diesen Film hätte man nicht machen brauchen, er ist eine einzige Enttäuschung.
Vorallem für Männer mit Hut.
Mein persönliches Rating: 3 von 10
Zum Vergleich: ‘Raiders of the Lost Ark’ (den ich erstmals 1982 im Apollo gesehen habe) hätte ein Rating 10 von 10 erhalten.


{ 7 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Nana, ich bin dann mal gespannt, ob ich da was zu erwidern weiss, nachdem ich ihn morgen gesehen habe.
Ja.. ja… ich habe auch ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut.
Es ist halt ein etwas atypischer Indy..
Er jagt immer nach religiösen Artefakten (Bundeslade , Shankara-Steine und der heilige Gral), hat immer das Ultimative Böse gegen sich (der Sowjet war böse, aber gegen die Nazis wirken sie in unseren Köpfen eher harmlos und ist Archeologe (kein Geheimagent).
Gut fand ich die Anspielungen auf Indys früheren Abenteuer, die Bundeslade auf Area 51, seine Begegnung mit Pancho Villa..
Spezielles.. Wie auch in den anderen Filmen hatten sich das Duo Lukas/Spielberg die Freiheit genommen kleine Hints in den Film zu bringen. So steht auf einer Wandtafel im Schulzimmer das Wort DREAMWORKS (Produktionsfirma).. es werden noch andere vorhanden sein. Im ersten Teil der Indy-Saga gab es in der Kammer der Seelen, Hyroglyphen mit R2D2 und C3P0 von Star Wars, im zweiten Teil laufen Lukas/Spielberg als Missionare auf dem Flugplatz von Shanghai..
Ich frage mich – nach Sichtung des Films – nun 2 Sachen:
1. Warum erwartet der Ray in einem Indy-Film erotisches Knistern?
und
2. Kann man wirklich einen nuklearen Angriff in einem Kühlschrank überleben?
@CTC: 1. Weil’s bei ihm selber zulange nicht mehr geknistert hat? 2. Ja, wenn der Kühlschrank in Australien steht und die Bombe in der Arktis hochgeht. ;-)
ad 1) Du fischst eben die falschen Fische.
@CTC: ;-)