Wenn ich reise, schleppe ich neben Cameras und solchem Zeug auch immer ein Scrapbook, so ein Moleskin mit mir. Das ist, angesichts der Tatsache, dass es sich beim Trip nach NYC eher um eine moderne Affäre handelte, für diesmal mit meinem iPod Touch ersetzt worden. Die Stichworte, die ich mir zu Gedanken oder Beobachtungen aufgeschrieben habe, sind also auf dem appleschen Gizmo gelandet, ich kann mich offenbar der Moderne selber nicht ganz entziehen. Jetzt schütte ich die Notizen hier aus. Was auf der Liste steht, ist buchstäblich in kursiver Schrift wiedergegeben, meine heutigen Gedanken dann dazu. Eine ausgezeichnete Gelegenheit auch, mal wieder darauf hinzuweisen, dass mir meine eigene Meinung situativ heilig ist. Das heisst, mir ist egal, was sonst jemand davon hält, denn ‘political correctness’ ist für Leute, die nicht wissen, wie man Spiegeleier macht. Hier kommt im O-Ton übertragen, die Liste:
ZRH Airport: Schöne Frauen
Das war früh morgens, da fiel mir einfach auf, dass die in Zürich sowieso extrem hohe Dichte an äusserst attraktiven Frauen, am Flughafen schlicht noch höher ist, als sonstwo in der Region.
Security: Weapons
Das war cool! Vor dem fliegen mit American Airlines wird man sehr detailliert interviewt. Das geht dann bedeutend weiter als, “Haben Sie ihren Koffer selber gepackt?” und “Hat ihnen jemand etwas mitgegeben, das sie jetzt im Gepäck haben?” oder “Haben sie ihr Gepäck unbeaufsichtigt gelassen?”. Das kennen wir ja alle. Nein, da kam (ich wurde auf amerikanisch ausgefragt, von einer nicht gerade unattraktiven jungen Dame vermutlich slawischer Herkunft) dann doch noch Anderes. Bei der Frage “Do you carry anything on you that could resemble a weapon?” konnte sich ein Laferi wie ich natürlich nicht mehr zurückhalten. Was meine Antwort war, lassen wir mal unbeschrieben. Dem freundlichen Lachen nach, hat ihr mein fauler Spruch aber gefallen – jedenfalls hat sie mir später mal noch zugewinkt, als ich bereits in der Transit-Area war.
Juden beten laut und lang
Echt eine Plage. American Airlines scheint so ein ‘preferred carrier’ für Leute der orthodoxen Version des Judentums zu sein. Jedenfalls hatte es auf Hin- und Rückflug jede Menge von diesen behüteten Zapfenlocken- bzw. Perücken-bewehrten Leute auf den Fliegern. Die Frauen sind ja nicht gerade unangenehm, aber die Männer, mit ihrem pausenlosen Kopfnick-Betgelaber können mächtig auf die Nerven gehen. Selber war ich nicht gross betroffen, aber alle ursprünglich leeren Sitzplätze um mich herum waren schon kurz nach dem Start jeweils von Sitzplatzflüchtlingen übernommen, die von diesen religösen Dauerblabberis vertrieben wurden. Nichts gegen Juden, nichts gegen religiöse Rituale, Voodoo-Zeremonien oder sonstigen religiösen Klamauk. Aber bitte nicht, wenn ich in der Nähe bin und mich belästigt fühle davon. Die Leute, die diesen Zirkus veranstalten, haben doch nicht alle Latten im Zaun!
Lasagne
Gab’s auf Hin- und Rückflug. Beide Male eher von der ganz feinen Sorte. Schön heiss, wirklich gutes Essen. Leider zu wenig davon, aber ich hätte sowieso nicht gedurft, muss immer schauen, dass bei Pasta – die ich so liebe – nicht zuviel daher kommt.
Hurrican ‘Gustav’: Abulanzen aus der Bronx
In den Nachrichten am TV gesehen und gehört. Die Bronx schickt fünf Ambulanzfahrzeuge und zwei Dutzend Sanitäter vorsorglich nach Louisiana runter. Vor fast genau sieben Jahren kamen Feuerwehrleute von so weit weg wie Baton Rouge um den New Yorkern zu helfen. Na dann mal gute Fahrt, vom Hudson an die Bayous ist’s dann aber cheibewiit.
Postkartenitaliener
Ich werde nie mehr den Witz erzählen, den wir alle kennen: “Wieviele Polen (Österreicher, Liechtensteiner usw.) braucht es, um eine Glühbirne auszuwechseln?”. Seit ein paar Tagen weiss ich, dass es elf (11) Mitglieder einer lauten, italienischen Touristenfamilie (aus der strengkatholisch-promiskuitiven Ecke) plus eine Viertelstunde Zeit braucht, um an der Reception vom New York Hilton eine Briefmarke zu kaufen. Sagenhaft!
<wird fortgesetzt, ob gewollt oder nicht>


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was ist denn mit dir los? ich hab in diesem post sicher 28x das wort “frau” gelesen…
du solltest bald wieder dein schatzi sehen :D
@redder: Gebe zu, hab’ Schatzi vermisst. Kommt dazu, dass New York total erotisierend auf mich wirkt. Drum fliege ich ja immer wieder hin! :-)
New York erotisierend? Wenn du schwul wärest würde ich darauf tippen, dass du die Wolenkratzer als Phallussymbol wahrnimmst.
@Hans-Georg: Nö, da habe ich natürlich ein Auge für was, wofür Du kein Auge (mehr?) hast.
Der Schmelztiegel NYC bringt hochattraktive Männer und Frauen hervor, Mischlinge halt. Ist mir gerade dieses Mal aufgefallen, dass es immer mehr ‘Kreuzungen’ zwischen Schwarzen und Asiaten gibt, in der Stadt. Das sind oft – zumindest optisch – wunderschöne Menschen. Ich bleibe natürlich bei meiner Präferenz für die weibliche Variante, auch wenn ich hier im Sinne der Diplomatie von beiden Geschlechtern geschrieben habe.
Phallisch oder sonst wie nur annähernd erotisch habe ich die Wolkenkratzer nun wirklich gar nie gesehen. Aber selbst für einen Schwulen wäre das doch von der Grösse her ein wenig anmassend? ;-)
herrlich! bin gespannt auf die fortsetzung. die beobachtung mit den juden und american airlines habe ich auch gemacht. ob sie laut und lange beten, ist mir bisher nicht aufgefallen. sie haben aber viele kinder. letztes jahr als wir mit aa von newy york nach zürich zurückflogen, sass eine jüdische familie im flugzeug in unserer nähe. die hatten sechs kinder dabei. da sind wir mit unseren drei gleich wieder eine kleine familie. ;-)
Warum beten die eigentlich während des Fluges? Haben die Flugangst?
Bezüglich der phallischen Wolkenkratzer möchte ich betonen, dass meine diesbezügliche Aussage sich auf die im weitesten Sinn phallische Form bezog, nicht auf die Grösse.
Um dein Fragezeichen bezüglich der Frauen zu beantworten: Es gibt durch aus Frauen, die ich attraktiv finde, aber nicht so, dass ich mit denen ins Bett möchte. Ich denke, dass es dir mit Männern genauso geht. Aber es gibt kaum Männer, die das zugeben.
@Patrick: Danke für’s Interesse, nächste Folge ist bereits ‘in the making’. Ja, diese jüdischen Familien reisen teilweise in riesigen Sippen. Was ich auf meiner Reise zum wiederholten Mal in Cinemascope vorgeführt erhalten habe ist das alles, was der brilliante Philip Roth in seinen wunderbaren Büchern (wie ‘Portnoy’s Complaint’, ‘Goodbye Columbus’, ‘Professor of Desire’) so augenzwinkernd und doch ernsthaft beschrieben hat. Das Funktionieren dieser Clans, die Rollenverteilung und vorallem: den Lärm. Eine Welt, die mir natürlich fremd ist, und wohl darum viel innerliches Kopfschütteln bei mir auslöst.
@Hans-Georg: Ich glaube nicht, dass das was mit Flugangst zu tun hatte. Die Frauen in diesen Sippen haben ja ganz normal gearbeitet (sich um ihre Perücken und Kinder gekümmert) während die Männer laberten. Ich gehe mal davon aus, dass es ein jüdischer Feiertag gewesen sein muss, der zu der Beterei führte. Jüdischer Feiertag bei den Orthodoxen ist bekanntlich fast jeder zweite Tag.
Nur schon aus medizinischen Überlegungen bin ich für Deine Präzisierung wegen der Wolkenkratzer dankbar. :-)
Im Ernst: Natürlich gibt es Männer, die ich für ‘attraktiv’ halte, darum habe ich die ja auch erwähnt. Aber in der Praxis bleibe ich mit allem, das ich bin, den Frauen erhalten. Nicht nur, weil ich sie für appetitlicher halte, sondern weil sie schlicht die interessanteren Kreaturen sind, als wir Dödel. Frauen faszinieren mich, schon mein Leben lang, sie haben mein Leben versüsst und verbittert, ich liebe sie dafür. Alle.
@Ray: “Aber in der Praxis bleibe ich mit allem, das ich bin, den Frauen erhalten.” Es liegt mir völlig fern, dich zu bekehren.
“… weil sie schlicht die interessanteren Kreaturen sind …”: Das ist es ja, was dich und mich unterscheidet. Dass mein Leben eine andere Wendung genommen hatte, ist eine Tatsache, die mir auch sehr viel schönes gegeben hat.
@Hans-Georg: Ha! :-) Keine Sorge, habe mich niemals einer Bekehrung ausgesetzt gefühlt, weder von Dir, noch von sonst jemandem, von dem ich weiss, dass er schwul ist. Vermutlich bin ich zu ‘heti’, sowieso, bei mir wird sowas nicht probiert, oder vielleicht machen das die Leute sowieso nicht.
Meine Abgrenzungsversuche hier sind vollkommen harmlos und berechtigt, ich will bloss sicherstellen, dass die hier mitlesende Damenschaft (und ich sage Dir, da hat’s die Idealvertreterinnen von dem Gender dabei, Du kannst Dir kaum vorstellen, was für toll aussehende, gescheite, sympathische Frauen hier mitlesen!) keine Zweifel kriegt, in welcher Ecke ich wohne. :-)
“Interessantere Kreaturen…”: Genau – und darum kommen wir auch um jeglichen Konkurrenzkampf rum. Da beanspruche ich halt einfach für mich Anderes, als Du für Dich. Das ist total OK.