Roman Hanhart fordert in seinem Yoda’s Blog heraus, Gedanken zum oben erwähnten Thema zu spinnen, sie mit Anderen zu teilen. Ich folge diesem Aufruf gerne und schreibe hier einige Zeilen darüber. Ganz bewusst habe ich nichts gelesen von dem, was andere zum Thema geschrieben haben. Ich komme frisch aus den Ferien und bin nicht vorbelastet.
Also:
Die Heimat jedes Menschen ist der Mutterleib, die Gebärmutter.
Das wäre dann die kurze Version meines Beitrags gewesen.
Vermutlich ist der Ansatz gar nicht mal so übel. Nur, Mutterleibe beziehungsweise Gebärmütter sind in der Regel erst mobil und sicher immer vergänglich. Stirbt meine Mutter, wäre meine ‘Heimat’ verloren. Da haben wir schon den ersten gröberen Kratzer an dem Gedankenzug? Nein, glaube ich nicht. ‘Heimat’ ist vergänglich, geht aber nicht verloren, wie wenn etwas physisch Vorhandenes nicht mehr vorhanden ist. Folgert, dass ‘Heimat’ geistiges Gut, sicher ein Gefühl sein muss. Das hilft uns schon, einen ganzen Haufen von Geäst im Gedankenbaum auszuholzen. Der Heimatschein (hergestellt in Dübendorf, im Auftrag von Fällanden), den ich heute Nachmittag auf’s Kreisbüro gebracht habe, hat definitiv nichts mit ‘Heimat’ zu tun. ‘Heimat’ ist ein Gefühl – nicht die Rütliwiese.
Das Gefühl ‘Heimat’, so wie ich es erlebe, hat immer mit etwas zu tun, das nicht da ist, das ich will, das ich aber offenbar nicht haben kann.
Ich kämpfe mit einer unerfüllbaren Sehnsucht, also.
Fernweh, Heimweh. Ich kenne beide. Aber nie gleichzeitig. Sind auch so Sehnsüchte. Verwandt.
Aber wir sprechen von einer anderen Sehnsucht, der nach ‘Etwas’.
‘Etwas’ ist ‘Heimat’.
Tönt nicht gerade nach einer berauschender Einsicht, aber bleiben wir ruhig beim ‘Etwas’, ich kann schon bestimmen, was das ist. Mit ganz einfachen Begriffen, die gar nicht trivial sind:
Wärme, Loyalität, Fürsorge, Respekt, Geborgenheit, Vertrauen, unkonditionale Liebe.
Alles, nach dem wir Menschen unser Leben lang streben – weil alle von uns irgendwann, irgendwo nach dem wir den Körper unserer Mutter verlassen haben, allein sind und uns klar wird, dass ‘Etwas’ fehlt.
Dann beginnen wir zu suchen, nach ihr.
Der Heimat.


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Vielen Dank für Deinen Beitrag, Ray. Ich liebe es, Menschen “über die Schulter zu gucken”, wenn sie am Nachdenken sind. Mutter und Heimat ist in unserer Parade ein neuer Gedanke. Ein Teilnehmer hat das Weibliche schon einmal erwähnt, aber nicht die Mutter. In dem Sinne ist es vielleicht sogar gut gewesen, dass Du die andern Beiträge (noch) nicht gelesen hast. Jener Gedanke gefällt mir. Danke!
ein wirklich schöner grundgedanke, der mit der gebärmutter!
es gibt ja vermutlich nicht wegen nix jenste meditationen die dort beginnen, weil wenn man sich zurückversetzen kann in die welt als man noch in der gebärmutter lebte, dann spürt man genau diese dinge wie wärme, liebe, geborgenheit etc.