Der mit der Zunge

von Ray am 18/05/2009

in Gezwinkert

Echt. Beisse ich Dödel mir doch beim Bratwurstessen am ‘Vorderen Sternen’ vor ein paar Tagen in die eigene Zunge. Fest, so dass es blutet. Ich will jetzt nicht ins Detail, aber ich hatte da diesen Mocken von der Wurst abgebissen und der war heiss. Sehr heiss. Dummerweise war da aber schon ein Stück von dem feinen, chüschtigen ‘Buchmann’ Bürli in meinem Mund. Ich wollte mir natürlich an der Wurst nicht den Gaumen verbrennen – allzumal ich unachtsamerweise schon daran war, mir die Finger der linken Hand am Rest von dem Ding anzuschmoren. Da war eine akrobatische Zungenübung gefordert!

Immer unter Wahrung der Sicherheit vor dem eigenen Erstickungstod und der hygienischen Ansprüche der vielen Leute da am Grill, versuchte ich also, das Brotstück runterzuwürgen, um mir im vorderen Teil meiner Mundhöhle genügend Platz für dieses glühende Wurststück zu organisieren, das ich dort bei Zugluft abzukühlen gedachte. Ich erkläre nun nicht, wie das geht – das hat ja wohl jeder schon mal gemacht, mit Wurst, oder sonst was. Jedenfalls ging das ‘Brot-runter-Wurst-nach-vorne-Manöver’ in die Hose.

Das Brotstück war nämlich noch etwas trocken, das wollte irgendwie nicht – ein Bier  oder andere Flüssigkeit war nicht vorhanden, in der linken Hand eine glühend heisse Wurst, rechts das blöde Bürli, zwischen Ring- und Kleinfinger auch noch eine Serviette und irgendwo noch das Wechselgeld auf meine CHF 6.50.

Das war das Ende – das hätte nicht mal eine Frau gemultitaskt. All die verschiedenen Bewegungen mit Händen, Füssen, Kiefer und Zunge und Augen – weil ich mitten in dem Debakel auch noch vom Hintern (knackiger als meine Wurst, und die war knackig!) einer absolut zu eng gekleideten, aber bildhübschen Blondine abgelenkt war – haben das System ‘Ray’ dann überfordert.

So habe ich mir dann den Gaumen verbrannt, habe mir selber kräftig in die eigene Zunge gebissen, mir die linke Hand praktisch abgefackelt, das Wechselgeld zwischen die Beine der dort rumstehenden Menschen verstreut, das Bürli fallengelassen und mich allgemein zum Deppen gemacht.

Gut kennt mich dort niemand.

{ 8 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

1 rouge 18/05/2009 um 17:53

Aber ich seh schon, du weisst zu priorisieren (wegen Blondine) ;-)

2 hoewe 18/05/2009 um 22:45

…chch, sehr bildlich zu erlesen! ;)
#gute besserung

3 Seide 19/05/2009 um 7:09

ahh….darum liegen zwischen dem letzten und diesem beitrag 5 tage, du konntest mit verbranntem mund nicht tippen.

4 Coroner 19/05/2009 um 7:54

Ach, Du warst das!

Ich meinerseits war in keinem Fall in Gefahr, überfordert zu werden, da ich ausgiebigst den Anblick tollster Beine einer Brünetten genoss. Zart verhüllt von edlem Nylon und highgeheelt.

Trotzdem keine solche Gefahr für die Männerwelt wie dies Blondinen im Allgemeinen zu sein pflegen.

Grüssend und immer die Beine im Blick
Coroner

5 falki 19/05/2009 um 10:02

herrlich beschrieben – ich kanns mir richtig gut vorstellen. nächstes mal nimmst du besser einen hot dog, die sind nicht so gefährlich…

6 theswiss 19/05/2009 um 17:14

“Gut kennt mich dort niemand.”

Jetzt schon.

7 ClavaM 20/05/2009 um 13:32

Herrlich….(geschrieben mein ich)!
Geh das nächste mal doch einfach Eis essen. Die Blondine leistet Dir ja vielleicht sogar Gesellschaft dabei :-))

8 Mikka 29/06/2009 um 8:27

Sehr gute Beschreibung.Sehr guter Bericht.Danke für die schöne Seite.Weiter so!

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