Das 1. Schweizer Segway Laubbläser Polo Turnier ist Geschichte, für alle Teilnehmenden und Zuschauer ein verrückter, spassiger Anlass, für die ‘Gladiatoren’ auch ein nachhaltiger – ich jedenfalls spüre jetzt, am Morgen danach, ein paar Muskeln, von denen ich nicht mal wusste, dass ich sie habe. Was ich hier schreibe ist aber weder ein Sportbericht, noch eine Laudatio auf die Organisatoren, sondern eine zum Posting erhobene Replik auf einen Kommentar, den ‘Traumtänzerin’, vermutlich eine Frau – mir meines Wissens nicht näher bekannt, nur damit das klar ist – hier auf diesem Blog geschrieben hat. Vor dem Weiterlesen sollte man also dies und mindestens das intus haben, weil sonst würde das alles etwas verwirrlich. Hier geht’s dann erst richtig los:
@Traumtänzerin: Zuallererst danke ich Dir für Deine Kommentare, sie sind – das will ich ganz am Anfang gesagt haben – für mich vollkommen gültig, valabel, lesens- und überdenkenswert. Du siehst, sie haben mich dazu angeregt, schon frühmorgens mein Hirn anzuwerfen, weil mir Deine Gedanken gestern irgendwie nicht aus dem Kopf wollten. Wärst Du dabei gewesen, an dem Anlass, den Du als “… immer noch das Dümmste, was mir in den letzten Jahren untergekommen ist…” bezeichnest, würdest Du verstehen. Das Dümmste, was mir in den letzten Jahren (leider unfreiwillig) untergekommen ist, übrigens, ist ein Haufen Leute, die sich in einer Kirche von einem katholischen Massenbelüger erzählen liessen, sie seien schlecht und hätten für irgendwas Sühne zu tun (Klingelbeutel zirkuliert). Diese Events finden übrigens praktisch täglich statt, die gälte es zu kritisieren, dort findet die grosse Dummheit statt.
Wenn Dir also unser Segway Laubbläser Polo Turnier als das Dümmste vorkommt, fürchte ich, könnte Dein Leben sonst eher langweilig sein? Auch weil Du da in ziemlich herablassender Weise eine Breitseite gegen die Twitter-Community feuerst “...wie schnell man anscheinend bei täglichem Aufenthalt in der kakophonen Gemeinde Twitter, die kritische Distanz verliert. Und traurig.“, deren Granaten kläglich ins Wasser schlagen. Genau die Leute, denen Du unterstellst, ihr Leben sei lediglich 140 Zeichen breit, genau die Leute hatten einen geselligen, lustigen, spannenden Tag zusammen, haben einander persönlich kennengelernt, sich gegenseitig auf die Schulter geklopft, einander für Fähigkeiten bewundert, für die man weit mehr als die besagten 140 Zeichen braucht um sie zu beschreiben – und sie haben allesamt viel gelacht.
Du siehst, wer gestern in Interlaken an dem verrückten Anlass war, hat gelebt.
Das ist doch immerhin schon mal was.


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Und ich ärgere mich jetzt, daß ich nicht dabei war…;-). Das hätte ich doch zu gern gesehen!
Stattdessen hab ich gestern Abend den Ja-Sager mit Jim Carrey gesehen, welcher mich mal wieder daran erinnert hat, öfter zu spielen.
Sobald Du die Kindheit hinter Dir gelassen hast, wirst Du auf Dein Erwachsenendasein vorbereitet. Was meistens heißt; Ernsthaftigkeit, wenig Spass – nur dann akzeptiert wenn in TV oder Theater, Karriere und/oder Familienplanung…und ich könnte noch eine Weile so weitermachen!
Wenn Erwachsene mit Segway & Laubbläser Polo spielen, sich Leute in Fässern den Berg runterrollen lassen oder gegenseitig Tomatenschlachten liefern (Spanien?),etc., dann hat das mit Spass zu tun.
Für was lebe ich, wenn ich nicht auch mal Spass haben kann?! Soll ich mich von 20-70 nur den “ernsthaften” Themen widmen und darf mich erst danach mit beginnender Seniliät, Demenz, whatever..wieder zum Kind entwickeln?
Ein eindeutiges Nein! Nein, ich will jetzt Spass haben und wenn der Spass schräg und abgedreht ist, umso besser!
In diesem Sinne Ray, ich denke Ihr hattet welchen…;-))
Mit grossen Worten und vorgespieltem intellektuellem Gehabe abgehobene Monologe führen? Und so zu tun, als würde man etwas von einer Sache verstehen, obwohl dem nicht so ist? Ich kann es nicht. Und lasse es deshalb bleiben. Die Träumtänzerin versucht es wenigstens. Immer wieder.
Gut gibt es solche Kommentatorinnen! Andere schweigen einfach und denken sich selbst was dabei. Natürlich wäre der Anlass nach gewohnter Weise sinnvoller, wenn man dabei Geld für wohltätige Zwecke sammeln und dabei ein Stück Wald aufforsten würde. Und natürlich siehts aus nach “woah, erst fahren die mit Jeeps über Alpwiesen zum Trashgolfen, jetzt verpesten sie noch mit Laubbläser die Umwelt”.
Doch so einfach ist das nicht. So blöd sind wir Twitterer nicht. Der Anlass war ein absolut dynamisches Explosiönchen der 140-Zeichen-Blogger-Organisationskultur und liess viele daran zweifeln (ich zähle mich dazu), ob das Ganze überhaupt funktionieren würde. Doch es begegneten sich Menschen verschiedensten Alters die Spass miteinander hatten, obwohl man sich zum Teil vorher noch nie getroffen hat. Für mich eine kleine Revolution der Begegnungskultur, die es auch offen lässt, kritisch hinterfragt zu werden. Wann findet ihr Event statt, liebe Traumtänzerin? Vielleicht bin ich gerne dabei.
Ach, man sollte doch die Buben einfach lassen, wenn sie spielen wollen. Dass der ganze Anlass bestimmt alles andere als CO2-neutral (schon nur die Anreise mit den hunderten von Foto- und Videokameras, welche bestimmt nicht alle mit dem Zug waren) war, wollen wir hier nicht diskutieren.
Schön hattet ihr einen glatten Tag zusammen, ich wär eh nur wegen den Leuten gekommen ;)
Du solltest manchen Kritikern einfach keine Bildfläche bieten, sie haben’s nicht verdient, vor allem wenn sie anonym sind. Aber jeder darf sagen was er will und tun und lassen was er will. Es ist alles freiwillig im Leben. Anderen was verderben versuchen, woran sie offensichtlich Freude haben, kann man nun nennen, wie man’s will. Ich denk mir da lieber was.
Du bist einfach zu lieb Ray :)
@CTC: Ich und lieb? Na ja, da sind sich nicht alle einig drüber. Aber ich danke artig für Deine Gedanken. ;-)
Was für eine Überraschung! Zuerst dachte ich schon, oh je, jetzt kriege ich aber Haue, rayhaze schreibt mich doch glatt an die Wand, das war wohl zu viel der Provokation. Aber nein, so konziliant habe ich ihn lange nicht gelesen. Muss wohl der frühe Morgen gewesen sein. Oder, meiner These gemäss war das Ray höchstselbst und nicht sein Alias rayhaze, denn der hätte es sich nicht entgehen lassen, Wort um Wort auf mich zu schichten, als bis dann ich nie wieder das Maul aufgerissen hätte.
Welche Ehre, ich bekomme meine Antwort als eigenständiges Posting. Dann will ich mit Wohlerzogenheit nicht hinten anstehen. Nachdem ich mich nun gegen die Schublade Mann Frau, die des Gutmenschentums erfolgreich gewehrt habe, bekommt meine ursprüngliche Kritik – nämlich die Kritik an der Dreckschleuder Laubbläser – doch noch ein Echo. Danke Ray, dass du mir in diesem Punkt doch noch folgst.
Es freut mich übrigens, dass ihr einen schönen Tag hattet. Das Wetter war euch wohl gesinnt. Und wie ich schon früher erwähnt hatte – und das trotz meiner Fundamentalkritik, was die Gerätschaft eures Events betrifft – finde ich es noch immer toll, wenn sich Leute treffen, sich gegenseitig sportlich oder sonst wie messen oder …. was auch immer unternehmen. Nichts gegen Socializing!
Ein Schmunzeln musste ich mir eben verkneifen, als mir bei der Sichtung des Trailers erst einmal klar wurde, welch schizophrene Paarung der Gerätschaften euren Event begründet, leiser abgasfreier Segway paart sich mit lärmigem stinkendem Laubbläser. Das hat was für sich!
Hier noch ein paar handfeste Daten zum Thema Laubbläser. Sie sollen euch nicht nachträglich den Tag mies machen, das will und kann ich hoffentlich nicht. Es ist mir aber schon ein Anliegen, dass klar ist, dass ich meine heftige Kritik durchaus begründen kann.
Das deutsche Umweltamt hat mit einer Studie belegt, dass der Staub, den die Laubbläser in die Luft pusten, angereichert ist mit Darmbakterien, Parasiten und sogar Viren und zwar in über 30-fach höherer Konzentration als vor dem Einsatz der Bläser. Die Zahl von Schimmelpilzkeimen sowie Blütenpollen erhöhte sich in der Umgebung der Bläser um das 5-fache. Sind diese mikroskopisch kleinen Partikel erst mal in der Luft, dann bleiben sie da für Stunden, manchmal sogar für Tage und stellen ein grosses Infektionsrisiko dar. Das Gemeine daran ist, dass das Risiko natürlich bei den Schwächsten am grössten ist. Der Dreck in der Luft kann eine Bindhautentzündung auslösen. Wer Asthma hat riskiert einen Anfall. Besonders gefährdet sind Menschen, die gerade eine Chemotherapie machen, sie können eine Pilzinfektion bekommen, denn wie wir alle wissen, sind die Abwehrkräfte während der Therapie nicht oder nur in kleinstem Umfang vorhanden. Die Keime gelangen in die Lunge und über das Blut in den Organismus. Ein Laubbläser belastet die Umwelt stärker als ein Auto. Sie blasen pro Std. bis zu 270g ozonbildende Kohlenwasserstoffe in die Umwelt, das 200-fache eines Autos.
Es waren und sind diese Fakten, die zu meinem Urteil führten. Ich muss aber noch etwas klar stellen, dass ich, als ich vom Dümmsten was mir unterkam schrieb, an sportliche oder gesellschaftliche Events und deren mögliche Gerätschaften dachte, und nicht das ganze Spektrum an Dummheiten im Sinn hatte, die es in unserer Welt tagtäglich gibt. Das wäre dann doch ein wenig viel der Verantwortung gewesen. Darum meine ich, dass wir besser anderswo über Religion und ihre Dummheiten diskutieren sollten.
Und nun noch zu meiner Twitter-Bemerkung, die dich anscheinend geradezu beleidigt hat. Dabei habe ich nie gesagt, dass ich die User dieser Plattform für Idioten halte. Ganz im Gegenteil. Mir fällt einfach eine gewisse Inzucht und dann ein grosses Suchtpotential dieses zwischen Twitter und Blog auf. Und dieses je länger je mehr bekommt dann eine Eigendynamik, sprich Distanzmangel.
Ich bin sicher, dass mein Leben vielen langweilig erscheinen mag. In meinem Erleben kenne ich das Wort aber nicht. Obwohl, was haben wir eigentlich gegen Langeweile? Ist sie nicht ein Luxus? Zeit zu haben, ungefüllte Zeit zur freien Verfügung? Ich bin immer noch überzeugt, dass wir diese leeren Zeiten brauchen, um als Menschen weiter zu kommen. Aber das ist wieder ein anderes Thema. Ich bin nicht der Typ, der Events hinterher hechtet, aber ich habe auch überhaupt nichts gegen Menschen, denen diese Events viel bedeuten. Geht hin und geniesst sie und ich träume hier weiter mit offenen Augen zwischen irgendwelchen Buchseiten.
@Traumtänzerin: Nett. Eigendynamik mit Distanzmangel gleichzusetzen ist riskant, immerhin. Hart an der Grenze zu Bullshit, auf jeden Fall.
Tja, einer der wenigen Vorteile des fortschreitenden Alters: Man riecht die Lunte der plumpen Provokation in der Regel schneller, als männiglich. Darum kann und konnte ich Dir diesmal den Gefallen nicht tun. :-)
Nur das noch: Das Konzept ‘Laubbläser’ basiert auf der Idee ‘Wind’. Letzterer, sagt man, sei eine Naturerscheinung.
“Das deutsche Umweltamt hat mit einer Studie belegt, dass der Staub, den die Laubbläser in die Luft pusten, angereichert ist mit Darmbakterien, Parasiten und sogar Viren und zwar in über 30-fach höherer Konzentration als vor dem Einsatz der Bläser. Die Zahl von Schimmelpilzkeimen sowie Blütenpollen erhöhte sich in der Umgebung der Bläser um das 5-fache. Sind diese mikroskopisch kleinen Partikel erst mal in der Luft, dann bleiben sie da für Stunden, manchmal sogar für Tage und stellen ein grosses Infektionsrisiko dar. Das Gemeine daran ist, dass das Risiko natürlich bei den Schwächsten am grössten ist. Der Dreck in der Luft kann eine Bindhautentzündung auslösen. Wer Asthma hat riskiert einen Anfall. Besonders gefährdet sind Menschen, die gerade eine Chemotherapie machen, sie können eine Pilzinfektion bekommen, denn wie wir alle wissen, sind die Abwehrkräfte während der Therapie nicht oder nur in kleinstem Umfang vorhanden. Die Keime gelangen in die Lunge und über das Blut in den Organismus. Ein Laubbläser belastet die Umwelt stärker als ein Auto. Sie blasen pro Std. bis zu 270g ozonbildende Kohlenwasserstoffe in die Umwelt, das 200-fache eines Autos.”
Das, Traumtänzerin, wäre eine schöne Provokation, auf die ich einsteigen würde, wäre ich deutscher Steuerzahler. Aus dem Amt da kommt nämlich wirklich nur warme Luft. Irgendjemand hat für diesen klugen ‘Beleg’ Geld gezahlt. Viel Geld. Aber offenbar gibt es tatsächlich Leute, die solchen Quatsch lesen, bezahlen und dann auch noch zitieren.
Wind, Traumtänzerin. Wind. Das seltsame Phänomen, das Buchseiten zum rascheln bringt.