Schockierendes aus der offenen Berner Szene

von Ray am 05/02/2008

in Gemeldet,Gezwinkert

Wie harmlos fängt er an, der Abstieg. Oft noch im Kindesalter, häufig von Erwachsenen, ja den eigenen Eltern dazu verführt, beginnt der Weg, der unweigerlich im Verderben endet. Erst sind es Kleinigkeiten. Eine Messerspitze davon vielleicht, aber bald reicht das nicht mehr. Gerade im Sommer, wenn die Sonne sticht, sieht man sie dann. Kinder, Jugendliche. Im Marzili – sie schämen sich nicht, sie verstecken sich nicht. Sie verstecken ‘es’ auch nicht. Gerade nonchalant, im Vergleich zu den Kiffern mit den jamaikanischen Strickmützen (Rot, Gelb, Grün) und den Dreadlocks, spazieren Kinder schon mit fünf, vielleicht sechs Jahren, durch die öffentliche Badeanstalt und konsumieren hemmungslos was sie ohne Gedanken an die Zukunft beschafft, oder in verführerischer Intention von möglicherweise kaum näher bekannten Erwachsenen erhalten haben. Natürlich kann das nicht auf Dauer gut gehen, denn der Körper verlangt nach jeder Dosis wieder nach mehr. Immer mehr. Immer härtere, häufig viel teurere Versorgung muss beschafft werden um noch einigermassen vegetieren zu können. Und die Kinder werden erwachsen. Sie enden in der offenen Szene, vorallem im Winter in den übelsten Rotlicht-Quartieren der Stadt, dort wo Tinte und Alkohol zwar gesoffen, aber noch als harmlos angesehen werden. Aber Umschlagplatz bleibt Umschlagplatz, ein Sammelbecken gescheiterter Existenzen. Wer erschütterndes Bildmaterial, das ich mit versteckter Kamera im Milieu aufgenommen habe nicht sehen möchte, soll davon absehen, den folgenden Link zu klicken.

Ganz unten

Noch vor 20 Jahren zum Konsum von irrtümlich für harmlos gehaltenen Substanzen wie Stängeli-Glacé in Vanille und Schoggi verführt, ist diese junge Frau schon ganz unten angekommen. Gierig versucht sie, die letzten Milligramm ihres Stoffs vom Löffel zu lecken, den sie bei einem Tischnachbarn in dessen sündhaft teures Gemisch aus Glacé der edelsten und doch verruchtesten Sorten getaucht hat. Diese Frau befindet sich offiziell und mit internationaler Unterstützung in einem Rehab-Programm, das den Konsum von Desserts und Eiscrème jeglicher Art beschränkt bzw. verbietet. Sie hat es nicht geschafft, sie kommt nicht los davon, von dem Teufelszeug.

Tragisch.

{ 4 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

1 chm 05/02/2008 um 21:46

:-D
und ich habe mir schon sorgen gemacht, als ich den titel gelesen habe und habe mich auf ein bern-bashing gefasst gemacht…

(übrigens: ich beginne deine kommentarfunktion definitiv zu hassen. nun muss ich schon das ganze zweimal schreiben weil Error: Du kannst nicht rechnen! Bitte gehe zurück und versuch\’s noch einmal.)

2 rockgöre 05/02/2008 um 21:55

3 + 4 = 7 Also, ich kann rechnen !

Ich habe auch mit dem schlimmsten gerechnet. Aber nicht mit 7.

Nein, herrlich und spannend geschrieben !

3 Patrick 06/02/2008 um 0:29

ich bin beruhigt, dass der ausflug nach bern keine bleibenden schäden hinterlassen hat. :-)

ich warte aber schon gespannt auf die belly off-berichte vom freitag. ;-)

4 falki 06/02/2008 um 8:34

dein beitrag ist wirklich beängstigend – wie kann frau sich nur so gehen lassen… :-)

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