Projekt ‘Route 5′

Von Dielsdorf bis nach Borex führt sie, die ‘Route 5′ des Schweizer Wanderwegenetzes. Der Jurahöhenweg, ist das, den ich im Oktober 2010 zu begehen suche. 14 Tage werde ich marschieren, geniessen, manchmal vielleicht auch leiden. Ein Ziel habe ich vor Augen: Es ist der Weg. Zum Weg gehört aber auch die Zuversicht, das geografische Ziel, das halt dann doch ultimativ ‘geschafft!’ heissen will, auch zu erreichen. Zwei Wochen Reise zu Fuss. Da gibt es einiges zu berichten darüber.

Alles, das aktuell sein wird, während der Wanderung, die Fotos, die Positionsmeldungen, hoffentlich keine Hilferufe, werden auf meinem Blog veröffentlicht. Hier, in diesem kleinen Seitenarm davon, berichte ich erst über Vorbereitungen, später auch über Erfahrungen, über ein Fazit sicher auch. Hier ist also die mehr oder weniger ‘unvergängliche’ Information zu lesen, die – wenn das alles so kommt, wie ich mir das vorstelle – dann ein kleiner Führer sein kann, für andere Wanderer, die auch diesen oder einen anderen langen Weg gehen wollen.

Vorbereitungen

Die Füsse

Bevor man sich überhaupt in einen Outdoor-Equipment-Store stürzt, sich Gedanken über Route, Gepäck, Wetter, Essen und so weiter irgendwelche Gedanken macht, sollte man zuallererst mal an den eigenen Körper denken. Dass der für eine zweiwöchige Wanderung in teilweise anspruchsvollem Gelände über Wochen bei jeder Witterung durchhalten sollte, ist klar. Eine Basis-Fitness muss also schon vorhanden sein. Bei mir ist sie’s einigermassen. Ein paar Testwanderungen, auch der anstrengenderen Variante, können einem das bestätigen. Wenn man also zuversichtlich ist, dass man die Sache zum klappen bringen kann, dann sollte man sich noch Wochen vor dem Abmarsch schon mal den wichtigsten Körperteilen zu wenden. Und das sind, in diesem Fall, die Füsse.

Der Sommer, viel barfüssiges herumlaufen, teilweise auf geteerten oder betonierten Gehwegen in der Badi, haben die Füsse vorallem bei uns Männern wohl nicht in allerbestem Zustand hinterlassen. Hornhaut und so. Da geht man nicht mit der Klinge oder dem Schaber dahinter, da fängt man schon Wochen vor dem Losmarsch besser mit einer besonderen Pflege für die Treterchen an. Denn: Wenn die Füsse nicht mitmachen, dann wird die Chose zu einer Tortur. Die Empfehlung hier: Schon mindestens zwei Wochen vorher auch als bäriger Naturbursche mal wie ein Elfchen, jeden Morgen, jeden Abend, die Füsse mit entsprechenden Salben pflegen. Schauen, dass die Haut geschmeidig wird. Nägel so knipsen und pflegen, dass nix anstösst – gerade bergab, kann das zu sehr schmerzhaften Verletzungen führen.

Rule #1: Füsse schon lange vorher intensiv pflegen!

Die Navigation

Für die geplante Route ist die Navigation ein Schleck, das ist nicht wie in Italien, wo man sich mühsam und über dubiose Beziehungen Kartenmaterial vom italienischen Militär beschaffen muss, weil das öffentlich zugängliche Material nichts wert ist. Nein, für die ‘Route 5′ kommt man eigentlich vollkommen ohne spezielle Landkarten zurecht, denn es gibt einen ausgezeichneten Führer ‘Wanderbuch Jurahöhenwege’ aus dem Verlag Dietschi (ISBN 978-3-905404-46-3). In diesem Büchlein sind sämtliche Etappen detailliert beschrieben, für jede gibt es ein kleines Höhendiagramm und einen Kartenausschnitt. Perfekt! Selbst ohne diesen Führer, den ich dringend empfehle, weil er viel über die Sehenswürdigkeiten am Wegrand verrät, käme man problemlos von Dielsdorf nach Borex, denn die ‘Route 5′ ist hervorragend markiert und ausgeschildert.

Trotzdem werde ich noch ein paar Karten in 1:50’000 und 1:100’000 mitnehmen und meinen Kompass, denn die Kartenauschnitte im Führer zeigen lediglich den Weg und seine nähere Umgebung. Will man wissen, wohin man schaut, wenn man mal etwas in der Ferne sieht, braucht man weiträumigere Karten, den Kompass und ein Fernglas. Letzteres ist seit vielen Jahren eins von meinen liebsten Männergadgets, ein 8x20er armiertes, kleines und leichtes Glas von ‘Leica’ mit einer Optik die jeden erstaunt, der mal durchschaut.

Rule #2: Frühzeitig um Führer und Karten kümmern, falls die bestellt werden müssen. Das Zeug trägt übrigens massiv zur Vorfreude bei!

Untenrum

Ein verdammt wichtiges Thema ist das. Es gibt da ein paar Dinge, auf die man achten sollte. Allem voran natürlich der Wahl des richtigen Schuhs für die Wanderung. Für die Jahreszeit und mein Projekt ist ein Wander- bzw. Trekkingschuh aus der ‘mittleren’ Kategorie geeignet. Ich bin nicht Schuhverkäufer genug, um detailliert zu erklären, was es sich mit diesen Kategorien auf sich hat. Aber ich weiss, dass der ideale Schuh für mein Projekt ein Schuh ist, der keine zu steife Sohle hat – die Steigeisen kommen ja nicht in den Jura mit; aber das Terrain verspricht viel Auf und Ab. Wenn ‘Ab’ eine wichtige Komponente  an einer Wanderung ist, dann kommt für mich nur ein Schuh mit hohem, relativ festem Schaft in Frage, denn da ist die Verletzungsgefährdung gross.  Sollte es sich um eine Neuanschaffung handeln, dann gelten für mich bei den Schuhen zwei Regeln:

  1. Niemals den ersten Schuh im Laden kaufen, auch wenn er absolut fantastisch zu passen scheint. Nach Ermittlung der richtigen Fusslänge und Breite dann noch möglichst viele Grössenvarianten durchprobieren und dann auch alternative Hersteller prüfen. Persönlich vergleiche ich die Wahl des richtigen Schuhs für grosse Distanzen und Touren in etwa mit der Wahl einer Lebenspartnerin. Echt. Als Heiratsvermittler empfehle ich hier dringend ein Fachgeschäft mit gut ausgebildetem Personal. Das kann ein ‘Eiselin’ sein, der Himalaya-Expeditionen ausstattet, oder ein ‘SportXX’. Beide unterhalten hier in Zürich, aber auch in anderen Städten, ausgezeichnete Geschäfte mit grossem Angebot und dem richtigen Personal.
  2. Wenn die edlen (gute Wander- oder Trekkingschuhe sind teuer!) Treterchen beschafft sind, müssen sie ‘eingewandert’ werden. Wenn die Schuhe gut gewählt worden sind, wird das kaum viel länger brauchen, als die Zeit im Laden. Nein, im Ernst: So um die fünfzig Kilometer sollten die Schuhe schon auf dem Tacho haben, bevor wir uns mehrtägig auf den Weg machen. Bevor wir das tun, werden die Schuhe auch imprägniert, am besten zweifach.

Die gute Nachricht: Die Socken, die man zum ‘einwandern’ der Schuhe verwendet hat, braucht man nicht zu waschen. Auch im Zeitalter der Wandersocken, die alles können, die weltraumerprobt sind, turbo-mega-supi-dupi Kevlar verstärkt, mit USB-Anschluss usw. gilt die gute alte Militärregel halt immernoch: Das beste Rezept gegen Druckstellen und Blasen (beide können aus einem Vergnügen eine Qual machen) ist der Einsatz von immer schön vorgeschmöckten Socken. Niemals neue nehmen, wenn sie nicht schon etwas riechen, sind sie nicht viel wert. Wie auf dem Bild ersichtlich, zähle ich dabei nicht auf die sauteuren Wundersocken gewisser Markenhersteller, sondern auf die durchaus akzeptablen Alternativen vom Grossverteiler. Auch, weil man solche Socken notfalls (wenn sie dann wirklich durchgestunken sind) ohne Skrupel in den nächsten Abfallkübel schmeissen (und damit Gewicht sparen) kann. Mach’ das mal mit Socken, die CHF 40.00 gekostet haben…

Das zweite Paar Schuhe: Bei einer Wanderung über zwei Wochen, braucht man ein zweites Paar Schuhe, kein Zweifel. Und wenn es nur dafür sein sollte, mal ohne die Wanderkloben runter in die Gaststube der Herberge zu steigen um sich dort unters Volk zu mischen, nach Gilberte de Courgenay zu suchen. Angesichts des Fotos, wird vielleicht die Eine oder der Andere die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich fragen, warum ich keine eleganteren Freizeitschuhe mitnehme, auf meine Tour. Die Antwort darauf gebe ich gerne, sie ist ganz einfach: Man gehe zum eigenen Schuhschrank, nehme den linken Schuh vom liebsten Freizeitpaar in die linke Hand, gleichzeitig nehme man den rechten Schuh vom liebsten Paar Joggingschuhe in die rechte Hand. Dann staune man! Diese Nike/Adidas/Puma/Reebok-Brüder haben nämlich alle ein ganz wichtiges Element in ihre Schuhe eingebaut: Wenig Gewicht. Also, weg mit modischen Überlegungen, hin zu leichten Schuhen – und damit zum Joggingschuh, mit dem man übrigens in Notfällen immernoch in fast jedem Gelände weiterkommt. Auch wieder rauf aufs Zimmer, wenn’s unten in der Schenke spät geworden ist.

Rule #3: Nur gut eingelaufene Schuhe und Socken einsetzen. Bei jedem Aspekt der Planung immer Gewicht im Fokus behalten.

Röbi’s Maxime

Nur, weil’s hier so schön hinpasst, wenn ich doch so oft von Gewicht spreche: Heute habe ich meinen Kollegen und Freund Röbi getroffen, auf dem Bus. Er ist gerade zurück von einer zweiwöchigen Wanderung in Lappland. Wir haben gefachsimpelt – und dabei kam dann Röbi’s Maxime heraus:

“Wenn Du für eine zweiwöchige Wanderung weniger als 17 Kilo Gepäck hast, hast Du irgendwas wichtiges vergessen!”

Mal sehen, Röbi!

Rundgang durch die Küche

Jetzt machen wir einen Ausflug in ein etwas luxuriöses Gebiet – die Küche. Denn, wenn man das mal ganz nüchtern betrachtet, für eine Wanderung wie ich sie diesmal vorhabe, braucht man keine Küche mitzuschleppen. Trotzdem werde ich – und das hat gute Gründe. Einerseits werde ich – wenn das Wetter nicht all zu verrückte Kapriolen schlägt, auch draussen unter freiem Himmel übernachten. Das bedeutet, dass ich einen Tee zum einschlafen und einen Kaffee zum aufwachen brauchen werde. Beides ist nicht so einfach erhältlich, irgendwo in den Boondocks, wenn man die nötigen Ingredienzien nicht dabei hat. Kommt dazu, dass eine heisse Suppe halt auch kein übles Mittel gegen Kälte wäre, wenn das Wetter eben doch mal Kapriolen schlagen sollte. Also muss eine ganz kleine, leichte Küche mit – und so sieht sie aus:

Was wir hier haben ist wenige hundert Gramm schwer und trotzdem Gold wert, wenn man mal wirklich was heisses in den Hals kriegen will. Die Sache besteht aus zwei kleinen Tupperwaredosen, einem kleinen Schneidbrettchen, einer Blechtasse, Besteck und einem kleinen Gaskocher. Das Ganze lässt sich ganz klein zusammengruppieren, braucht wenig Raum. Aber einmal ausgebreitet, bietet die kleine Küche doch allerhand:

In den Tupperwaredosen verstaue ich Suppenbeutel (‘Cup Soups’), Teebeutel, Zucker in kleinen Tüten, Kaffee (‘Néscafé ‘in Einzeldosen), Kaugummi, Hustenpastillen und Streichhölzer. Alles, also, das nicht nass werden darf auch. Das Klappbesteck von ‘Sigg’ hat mich schon viele Kilometer treu begleitet, den kleinen Gaskocher, die Kartusche (nur 100 g schwer!) und die Blechtasse kann man ineinander beigen, sie brauchen kaum Platz. Auf so einer kleinen Anlage habe ich schon herrliche Spaghetti mit Tomatensause und Parmesanstücklein gekocht, das geht problemlos – wenn man ein kleines Schneidebrettchen und auch eins von den genialsten Wandergadgets dabei hat, die es gibt. Dem widme ich gleich ein eigenes Bild:

Dieses kleine Teil hat mir mein jüngster Sohn vor Jahren zu Weihnachten geschenkt, wobei ich durchaus weiss, dass seine Schwester da auch beteiligt war. Dieser kleine Salz- und Pfefferstreuer ist in sich wasser- und feuchtigkeitsdicht und der ideale Reisebegleiter. Ganz durchdachtes Design auch. Wenn man genau hinsieht erkennt man, dass der Winkel der Verschlussklappen für Salz und Pfeffer ganz anders ausgearbeitet ist – so lassen sich die beiden auch bei Stockfinsternis auseinanderhalten.

Wie gesagt, Luxus. Ich leiste mir den, werde ihn mit Schweiss bezahlen müssen, aber ein klein wenig Unvernunft darf doch auch sein.

Rule #4: Wenn man’s klein und leicht hält, kann man auch etwas Luxus mitnehmen. Ich, für mein Teil, werde keine Fotoausrüstung dabei haben, die Küche ist mir wichtiger.

Elektrotechnik

Bei meinen Aktivitäten ‘in the great outdoors’ versuche ich immer, meine Abhängigkeit von Elektrizität möglichst klein zu halten. Darum ein analoger ‘Recta’ Kompass, darum eine mechanische Armbanduhr. Damit überlebt man überall. Auf diese Reise kommen lediglich noch eine Stereoanlage mit 2’500 Songs, ein Entertainment Center, eine Kommunikationszentrale, ein Telefon, eine Videothek, ein Taschencomputer,  eine GPS Anlage, eine Foto- und eine Videokamera mit. Dazu das wenige Gramm schwere Ladegerät mit Kabel und Kopfhörer.

Zu beachten (neben der Schleichwerbung für das beste Telefon, das es gibt) ist, dass ich mein iPhone4 in eine dieser Gummiarmierungen eingelegt und – wie immer eine Folie über den Touchscreen angeklebt habe. So ist ein gewisser Schutz gegen Stösse oder Fallenlassen gegeben, ein paar Spritzer Regenwasser werden dem edlen Teil auch nichts anhaben können. Wasserdicht ist es so natürlich nicht. Es kommt dann schlussendlich in eine kleine Plastictüte mit Ziploc-Verschluss und wird in der Oberschenkeltasche der Cargohose getragen. So ist es sicher, trocken und trotzdem schnell greifbar. Strom dafür kriege ich dann halt bei Übernachtungen, über Mittag in den Gaststätten oder wo es sonst halt Saft zu holen gibt.

Natürlich habe ich nicht vor, bei Dunkelheit zu marschieren. Aber so ganz ohne Licht geht das dann halt schon nicht, auch aus Sicherheitsüberlegungen nicht Darum schleppe ich aber keine Taschenlampe mit, sondern eine nur ein paar Gramm schwere kleine LED-Xenon Stirnlampe mit ausserordentlicher Leuchtstärke. Dazu gibt’s zur Sicherheit noch zwei AAA Batterien als Reserve.

Ende Elektrotechnik, mehr braucht’s nicht.

Rule #5: Elektrischer Strom ist etwas ganz tolles. Noch toller ist, nicht gross auf ihn angewiesen zu sein. Uhrzeit und Kompass immer schön analog und mechanisch ermitteln.

Der wichtige Krimskrams

Wir sind ja noch lange nicht fertig, mit dem Zusammentragen von all dem Zeug, das man auf so einer Wanderung braucht oder zu brauchen meint. Immerhin, was bis hier her schon beschrieben wurde, ist  bereits im Rucksack verstaut (wie man sowas am geschicktesten machen kann, wird noch  illustriert und beschrieben) und die Waage zeigt, dass bis jetzt lediglich 6,7 kg zusammengekommen sind. Ich bin also  bis jetzt sehr zufrieden, auch wenn ich weiss, dass die Klamotten, das Badezimmer und das Schlafzimmer noch kommen und ein paar weitere Kilo vom Budget fressen werden. Auch wenn das alles auch wichtig ist, will ich hier aber noch etwas Kleinkram beschreiben, ohne den ich nicht aus dem Haus gehen würde. Auf dem Bild ist er zu sehen:

Da haben wir in dem schwarzen Beutel zuallererst mal einen sogenannten ‘Rucksackpariser’. Dabei handelt es sich um einen wasserdichten, mit Gummizug umrandeten, grossen Beutel, den man bei Regenwetter um den Rucksack in seiner Gesamtheit ziehen kann, damit auch ja nichts nass wird, wenn mal das Wetter nicht mitmacht. Auf einer langen Wanderung ohne Pausentage irgendwelche Klamotten trocken zu kriegen ist fast nicht möglich – vorallem wenn’s weiterregnen sollte. In so einem Rucksackpariser kann man in extremis sogar zusammengerollt (schlecht aber einigermassen trocken) schlafen.

Immer dabei habe ich auch eine Rettungsdecke. So ein Gold/Silber beschichtetes Ding, das nur 70 g wiegt, reissfest ist und gut 3,5 qm gross, wenn man es ausfaltet. Verwendungsmöglichkeiten sind für so ein Teil meist im Notfallbereich. Für einen selber, für andere, wenn es mal gar nicht mehr gut geht. Mit sowas kann man sagenhaft gut die Körpertemperatur hoch halten (silberne Seite zum Körper) oder kühlen (goldene Seite zum Körper), sich vor Nässe schützen, ein ganz kleines Zelt bauen.

Ein Zelt, eine Asthütte, eine Bärenfalle, den Rucksack mal voraus abseilen wenn’s sehr steil werden sollte und so vieles mehr kann man nur, wenn man eine vernünftige Leine dabei hat. Ich nehme immer 10 m Reepsschnur in Bergsteigerqualität mit. Und wenn es bloss dafür ist, eine Trockenleine zu spannen, für die Unterhosen, die man im Bach gewaschen hat. Ohne so ein Stück Seil kann man draussen mal schnell am Arsch sein. Echt. Denn…

…ohne ein vernünftiges Sackmesser wäre man auch aufgeschmissen.  Jedenfalls habe ich in freier Wildbahn oft festgestellt, dass es immer ein Seil und ein Taschenmesser waren, welche die Situation retten konnten. Ich habe mich übrigens für ein bewährtes Messermodell entschieden, das alles drauf hat, das ich brauchen werde. Ich habe mich gegen eins von diesen Multitools gewendet, da ich nicht gedenke, mir selber einen Arm zu amputieren. Oder höchstens wenn’s wirklich nötig würde – dann tut’s das Messer auch.

Gegen den Hungerast habe ich immer noch zwei Riegel und zwei von diesen flüssigen Powerboostern dabei. Meistens schleppe ich die über die ganze Distanz, weil ich ein Stück Hirschwurst mit Brot halt schon bevorzuge. Aber eine dumme Idee ist es nicht, so einen kleinen Vorrat mitzunehmen und gut greifbar zu packen. Wenn man mal mit gebrochenem Bein in der warmen Notfalldecke liegt und auf die REGA wartet, die man über Blinkzeichen mit der Stirnlampe angefordert hat, isst man vielleicht gerne mal so einen Riegel oder quetscht sich so eine Tüte von dem grässlichen Zeug rein. Muss nicht sein, aber welcher Notfall muss?

Auf dem Bild auch noch zu sehen, so ein ganz billiger Wegwerfponcho, den man mal verwenden kann, wenn man nicht entschieden hat die Bekleidung grundsätzlich auf ‘Regen’ zu stellen, weil es so aussieht, als liesse das Wetter sich nicht gross ein. Viel lieber als Regenwetter habe ich natürlich die Sonne. Darum darf die Sonnenbrille nicht fehlen. Klar, da kann man dann wieder auf Mode machen usw. Meiner Erfahrung nach kriegt man aber die qualitativ besten, leichtesten und preisgünstigsten Sonnenbrillen nicht bei ‘Fielmann’, sondern – wen wundert’s? – im Zeughaus, bei der Schweizer Armee.

Zuguterletzt dann ein ganz treuer, uralter Freund. Mein ‘LEKI’ – ein teleskopischer Wanderstock, der ganz leicht – aber stabil ist, einem immer gut ansteht, wenn man mal einen Bach überqueren will. Oder wenn man eine Zeltstange braucht. Kann der alles – ohne meinen LEKI würde ich schon in Dielsdorf umkehren. Der muss dabei sein – auch weil er ein grosser Motivator ist. Der war dabei, bei den Besteigungen im Engadin, er war mit mir auf dem Weg zum Falterona im Appenin, er war die Zeltstange, als  nächtens mal eine ziemlich ausgewachsene Wildsau der Länge nach über meinen schlaftrunkenen Körper stolperte. Mit ihm habe ich auch ein paar ganz eklige Bauernhofhunde in Italien von mir fern gehalten.

Ein Bärenglöcklein nehme ich nicht mit, in den Jura.

Rule #6: Es gibt ein paar Dinge, ohne die es wirklich nicht geht. Sie dienen hauptsächlich der eigenen Sicherheit oder kommen gelegen, wenn es gilt, jemand anderem zu helfen. Diese Dinge sind der wichtige Krimskrams der ganz oben, gut und schnell greifbar gepackt werden muss.

Die Hygiene und das Badezimmer

Wer’s mit der Körperhygiene extrem genau nimmt, hätte ein kleines Problem auf so einer Wanderung. Denn ein Badezimmer mitschleppen liegt einfach nicht drin, da wäre Gewicht dran, das einen beim schleppen so ins schwitzen brächte, dass man alle halbe Stunde duschen müsste, was den Verbrauch an Duschmittel und Kosmetika steigern würde, wodurch….

Die Katze beisst sich in den Schwanz. Also fahren wir doch auf der ganz leichten, auf’s Wichtigste beschränkten Route. Hier, womit ich mich begnügen werde:

Reisezahnputzzeug, eine Sonnencrème die für alles wird hinhalten müssen, Deo, dies alles in ganz kleinen Mengen. Dann ein kleines Badetuch, in eine kleine Plasticflasche abgefülltes Duschgel, die gleiche Menge abgefülltes Flüssigwaschmittel für Klamotten, Q-Tips und drei von diesen Schmöckefein-Müsterchen, die ich mir bei Marrionaud immer geben lasse. Damit werde ich Gilberte de Courgenay bezirzen, wenn ich mal zum duschen gekommen bin, oder so. Im medizinalen Bereich ebenfalls nur das Nötigste – falls was ganz schief laufen würde. Da wären ein paar Immodium-Tabletten gegen Durchfall, Aspirin gegen Kopfweh und ein paar 500 mg Ponstans als schweres Geschütz gegen Schmerzen. Ich hoffe, das Zeug werde ich alles nicht brauchen. Das war’s schon.

Wer Pflästerli und Merfen vermisst, weiss nicht, dass man kleine Wunden auch mit drüberpinkeln stillen kann. Einen Kamm oder eine Haarbürste brauche ich nicht, weil die Haare noch ganz kurz gestutzt werden, bevor’s losgeht. Der Rasierapparat? Haha! Gilberte muss auf Stoppelmänner stehen, fürchte ich.

Rule #7: Hygiene lohnt sich. Aber man kann alles übertreiben.

Das Schlafzimmer

Damit werde ich nötigenfalls überall übernachten können. Die Matte wiegt praktisch nichts, isoliert aber trotzdem nicht übel. Allerdings sollte man schon ein gleich grosses Stück Plasticfolie (Baumarkt) dabei haben als Unterlage, damit sich die Matte nicht mit Bodenfeuchtigkeit vollsaugen kann. Der Schlafsack ist ein alter, treuer Begleiter. Klar, heutzutage gibt es noch leichtere, noch kleiner zusammenrollbare Schlummertüten, aber den alten Freund nehme ich mit. Mit seiner Komfortzone von +3℃ bis -8℃ (aber allerdings einem Gewicht von ca. 1’250 Gramm)hat er mich problemlos und kuschlig durch eiskalte Nächte begleitet. Auch bei Schneefall, wo dann das mit den Schneeklumpen in den Nüstern ein Problem wurde, aber dafür kann der Schafsack nichts.

Rule #8: Einen vertrauten, wohl ausprobierten Schlafsack mitnehmen. Experimente im Ernstfall sind nicht angesagt. Man kann ja zur Probe mal auf dem Balkon oder im Garten unter freiem Himmel übernachten. Ich nehme das Schlafzimmer übrigens nur als ‘Fallback’ mit. Eigentlich habe ich vor, in Herbergen, Gaststätten, Pensionen oder sonstwo unter Dach zu übernachten.

Man nehme einen Rucksack…

…und auch das ist nicht trivial. Für die Wanderung von den zeitlichen und klimatischen Dimensionen, wie ich sie im Herbst auf der Route 5 erleben werde, habe ich mich für meinen 65 Liter fassenden Rucksack von ‘Hajk’ entschieden, ein verhältnismässig grosses Modell also, das erst noch um zusätzliche 10 Liter ‘gestreckt’ werden kann, wenn es dann darauf ankäme. Ich habe verschiedene Rucksackmodelle (und Marken) im Betrieb, die je nach Art der Wanderung eingesetzt werden. Alle haben ein paar Dinge gemeinsam: Sie sind vom Konzept her gut durchdacht (Stichwort: Zwischenböden), leicht, sehr stabil gebaut (Stichwort: Reissverschlüsse), haben zahllose Schlaufen an der Aussenseite, an denen man  allen möglichen Krimskrams auch kurzfristig mit einem kleinen Alu-Karabiner befestigen kann.

Extrem wichtig sind die Einstellmöglichkeiten. An meinem hier kann man die Traghöhe praktisch stufenlos verstellen, ihn vom Rücken weg oder zum Rücken neigen, ich kann durch ein Fach, eine Abteilung des Rucksacks in eine anderes hineingreifen. Das Material ist schon so praktisch Wasserdicht – was mich aber nicht daran abhält, trotzdem die paar Gramm Gewicht eines Rucksackparisers zu opfern. Siehe oben.

So ein Rucksack kostet Geld. Nicht wenig. Ihn anzuprobieren, auch unter Belastung, ist ein absolutes Muss, genau so wie es eines ist, die Wanderschuhe vor dem Kauf genau zu prüfen. Hier lohnt es sich auch, im guten Fachgeschäft, dort wo es kompetente Beratung gibt, einzukaufen. Die Auswahl an Modellen ist fast grenzenlos, es gilt, die einzige, für einen richtige Perle zu finden. Der Rucksack wäre, nach den Schuhen, das erste Teil, das man verwünschen würde, wenn es nicht passt.

Rule #9: Man soll nie unterschätzen, wie wichtig die richtige Wahl des Rucksacks ist. Man muss ihm – wie den Schuhen – vertrauen.

Sack und Pack

Ein zentraler Moment in der Vorbereitung so einer Reise ist sicher der, in dem man mal all den Krempel, den man über längere Zeit so mit sich tragen will, vor sich ausbreitet. Ich warne davor, denn der kalte Angstschweiss wird einem auf die Stirn getrieben, wenn man sieht, was man sich da im Übermut alles in den Rucksack packen will. Platz hat das Zeug ja sicher, aber kann man es über zwei Wochen und Stock und Stein auf dem Rücken tragen? Bei mir sah die Katastrophe so aus:

Wenn man das sieht, braucht man kein erfahrener Wandersmann zu sein, um zu realisieren, dass der Haufen da hoffnungslos zu viel Gepäck und Gewicht darstellt. Da kommt nun der interessanteste Prozess, der zu den Vorbereitungen gehört: Abspecken.

Jetzt muss jedes Kleidungsstück, jede Suppentüte, jede Socke (einzeln!) eine Nagelprobe bestehen. Die Frage nämlich, ob was immer es ist, wirklich zwingend notwendig ist, auf der Wanderung gebraucht wird, muss mit “Ja, ohne das sterbe ich!” beantwortet sein. Lautet die Antwort anders, geht das Teil zurück wo es herkam und macht die Reise nicht mit. Auch ich habe noch dramatisch reduziert, von dem, was da zu sehen ist. Nur schon bei den Klamotten habe ich mehr als halbiert. Das ganze, nota bene, nicht mit Blick auf die Wetterprognosen, denn über zwei Wochen hinaus im Herbst sind die niemals zutreffend. Im konkreten Fall hat es sich gelohnt, die ganz warmen, wasserdichten Überkleider bis zum Schluss mitzuschleppen, obwohl sie nicht gerade leicht waren. Aber sonst war ich streng mit mir. Ein miefiger Pulli ist in diesem Fall besser als ein miefiger und ein wohlriechender. Socken kann man problemlos drei Tage ununterbrochen tragen. Vielleicht gibt sich ja die Gelegenheit für eine Wäsche – und sonst werden’s halt vier Tage. Man kann sich in dieser Phase echt in einen Gewichtssparrausch hineinsteigern – herrlich ist das.

Am Schluss kam ich mit allem auf 13 Kilogramm. Rechnet man nun noch etwa einen Liter Wasser und ein paar Äpfel , ein Stück Käse und Brot dazu, bleibt das Ganze unter 15 Kilo, was zwar hart an der Schmerzgrenze liegt, aber gerade noch zu schaffen ist.

Hier käme nun ein Thema, über das man gleich jede Menge von Expertenstreit produzieren könnte. Da wäre nämlich noch die Frage, wie man denn einen Rucksack richtig belädt, wenn man mal entschieden hat, was mit muss. Ich will da nur mit zwei Ratschlägen beitragen:

Wenn möglich, schwerere Dinge nach unten und möglichst nahe an den Rücken packen. Sonst einfach darauf achten, dass man das Zeug, das man oft und schnell braucht (Feldstecher, Fressalien, Klopapier, Landkarten, Regenschutz, Fasi) so einpackt, dass man auch ohne Umstände schnell dran kommt. Die Gemsen und Steinböcke sind weg, wenn man den Feldstecher erst zwischen den Unterhosen rauskramen muss, nachdem man den Schlafsack und das Mätteli abmontieren musste. Im inneren des Rucksacks verändert sich die Beladung fast täglich, sie wird mit Blick auf’s Wetter festgelegt. Die wattierte Winterjacke muss ja nicht zuoberst sein, wenn die Sonne vom Himmel brennt.

Rule #10: Disziplin, strenger als streng sein mit sich selber. Hygiene und olfaktorische Belange und die Lust auf den Gimmick in die Zweitrangigkeit verdrängen, jedes Gramm Gewicht das nicht mit muss, bleibt zuhause!

Unterwegs

Berichterstattung

Vielleicht hier gleich am Anfang: Die Tour ist jetzt, wo ich dies schreibe, bereits hinter mir. Es war wunderbar, toll, befriedigend, erleuchtend, ein sensationelles Erlebnis. Und es war anstrengend. Während der Wanderung habe ich jeden Tag (wenn ich Empfang auf dem iPhone hatte) ein paar Fotos und ein paar kommentierende Worte auf meinen Blog geschickt. Der eigentliche Reisebericht ist in Wort und Bild ab hier zu verfolgen. Von da geht es ab dem Artikel ‘Route 5 -#1′ dann chronologisch Schritt für Schritt von Dielsdorf bis nach Borex.

Dies und Das

Sicher werde ich anderswo die spirituelle Erfahrung beschreiben, die mit einer Wanderung von den Dimensionen der Route 5 einhergehen. Hier, hingegen will ich einfach ein paar Dinge festhalten, die mir während der Tour aufgefallen sind, die es vielleicht zu bedenken gibt, wenn jemand anderes die gleiche oder eine ähnliche Wanderung im Jura unternehmen willl und an der Planung ist. Das kommt hier alles unsortiert:

  • Wenn man, wie ich, ganz alleine wandert, muss man sich einfach bewusst sein, dass ein Mobiltelefon nicht in allen Lagen das Gerät ist, mit dem man Hilfe rufen kann, wenn man sich irgendwo mit gebrochenem Bein oder derartigem wiederfindet. Der Mobiltelefonempfang ist in Teilen  der Route lückenhaft oder nicht vorhanden. Da kann man nichts dagegen machen, aber ich denke, man sollte das wissen.
  • Der Jura ist, wenn man die Höhenmeter über Meer betrachtet ja nicht gerade alpin. Aber das Gelände ist auf dieser Route nicht zu unterschätzen. Steinig, rutschig, teilweise extrem steil, man kraxelt oft auch mal mit Händen an den Felsen. Dies ist keine Tour auf einer Wanderautobahn. Da muss man schon fit sein und gut ausgerüstet. Trittsicherheit und Erfahrung im Gelände sind ein Muss. Ich habe gewarnt.
  • Kühe: Von denen sieht man Tausende. Immer wieder führt der Weg durch Kuhweiden auf denen die friedlichen Damen (manchmal auch beeindruckende Herren) grasen. Kühe sind friedliebende, nette Viecher. Aber sie können sehr aggressiv sein, wenn sie ganz junge Kälber (noch im Genuss von Muttermilch) bei sich haben und diese als bedroht betrachten. Der Wanderer tut gut daran, einen grossen Bogen um Mutterkühe zu machen. Genau so, wie um die Bullen. Ehrensache, dass man dafür sorgt, dass die Kuhgatter und Zäune immer hinter einem wieder verschlossen und gesichert werden, wenn der Weg über eine Weide führte.
  • Übernachten war nie ein Problem. Allerdings würde ich dringend empfehlen in La Grand-Vy und in Le Pont schon vorher etwas telefonisch zu organisieren. Dort ist die jeweilige lokale Bettenzahl sehr beschränkt. Besonders in La Grand-Vy kurz vor Le Soliat. Andere Wanderer, die ich unterwegs getroffen habe, haben mir dringend von einer Übernachung im Massenlager von Le Soliat abgeraten.
  • Wasser. Wasser ist im Jura ein Problem. Auf meiner Tour war es an einigen Tagen über 25℃ warm, da kommt man schon ins schwitzen. Unterwegs findet man aber gar keine Brunnen mit Trinkwasser (so ca. ab Hauenstein bis zum Schluss) und die Gaststätten unterwegs sind selten und am Montag in der Regel sowieso geschlossen. Vorsicht, also, ich kam durstmässig mehr als einmal auf dem Zahnfleisch am Etappenziel an, obwohl ich täglich sehr gut darauf geschaut habe, möglichst viel Wasser mitzuschleppen.
  • Die zugegebenermassen nicht billige Bekleidung (Hemden, Hosen, Faserpelze) von Marken wie ‘Jack Wolfskin’, ‘Columbia’ und ‘Trevolution’ ist Gold wert. Man kriegt sie problemlos im Bad gewaschen und über Nacht auch wieder trocken. Wanderhosen mit abtrennbaren unteren Hosenbeinen machen nicht nur Shorts, die erlauben einem auch, nur die unteren Hosenbeine zu waschen – weil die strotzen in der Regel am Abend von Dreck und Kuhfladen.
  • Ich hatte absolut keine Probleme mit den Füssen, was Blasen oder derartiges anging. Allerdings habe ich mir auf der zweiten Etappe den einen Fuss leicht verknackst. Konnte ich problemlos mit ‘Tape’ zusammenkleben und war dann keinerei Behinderung. Eine Rolle von dem medizinischen Klebeband kriegt man nur in grösseren Ortschaften mit Apotheke. Nächstes Mal würde ich eine von Anfang an mitnehmen.
  • Einkaufen: Es gibt tatsächlich jede Menge Ortschaften, die keinen Dorfladen haben. Also einfach nicht meinen, man könne dann was zu essen ja unterwegs besorgen. Hoffnungslos, besonders im zweiten Teil der Tour. Die Marschverpflegung also immer gleich am Ort besorgen, wo man übernachtet hat. Die Wirte machen einem gerne eine Stulle oder man nimmt ein Stück Brot vom Frühstück mit und einen Apfel. Ich habe nur morgens und abends gross gegessen. So konnte ich tagsüber wieder ein paar hundert Gramm Gewicht sparen. Zudem: Mit vollem Magen marschiert’s sich schlecht.
  • Ein Taschenmesser mit integriertem Höhenmesser ist echt ein Motivator!
  • Wie in meinem Reisebericht zu lesen ist, ist das mit der Wanderwegsignalisation so ein Ding. Da gibt es Unterschiede. Was in den Kantonen Zürich, Aargau, Solothurn perfekt ist, kränkelt im Kanton Bern ein wenig, ist im Kanton Neuenburg eine mittlere Katastrophe und bessert danach, im Kanton Waadt dann wieder merklich – dort würde ich sogar ein ‘gut’ vergeben. Wo auch immer (manchmal ist ja was signalisiert, aber man hat’s einfach nicht gesehen!) eine Unsicherheit auftritt, lohnt es sich wirklich, auf dem bereits gegangenen Weg zurück zu gehen, bis man wieder eine Markierung sieht – und es dann nochmal zu versuchen.
  • Ein Schwatz hier und da, mit Einheimischen, mit anderen Wanderern, dem Briefträger, der Kellnerin, dem Waldarbeiter, bereichert so eine Wanderung ungemein, da sollte man wirklich nichts auslassen. Ich habe Tipps zu Übernachtungsmöglichkeiten, Ratschläge und Warnungen bezüglich der Strecke, Erläuterungen zur Aussicht, Einladungen zu Wein und Käse, geschenkte Äpfel und vor allem viel, viel Aufmunterung – und auch Bewunderung erfahren dürfen.

Fazit

Ich würde das sofort wieder machen. Eine Erfahrung der Extraklasse, sicher die gehaltvollsten zwei Wochen, die ich in langer, langer Zeit erlebt habe.

Wer sich auch an sowas versuchen möchte, darf sich ungeniert an mich wenden (siehe ganz oben auf der Seite, ‘Kontakt’). Wenn ich kann, beantworte ich Fragen gerne.

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1 Hubi September 26, 2010 um 9:54

Ein tolles Projekt hast du dir da ausgedacht, das sich weniger als Reise von A nach B sondern als eine in die eigene Mitte herausstellen wird. Ich bin 2006 ein paar hundert Kilometer auf dem Jakobsweg marschiert und habe genau dies an mir beobachten können.

Röbis Maxime in Ehren – Die «Camino de Santiago» Maxime war, nicht mehr als 12 Kilogramm mitzuschleppen. Nicht, dass ich mich daran gehalten hätte (die Fotoausrüstung alleine wog schon viel), aber beim nächsten Mal würde ich’s machen. Unbedingt!

Da’s einige Male wie bei der Sintflut geregnet hat, war ich froh, einen kleinen und kompakten Biwaksack dabei zu haben. Guter Schlaf ist Gold wert, wenn man täglich 30 bis 50 Kilometer wandern will.

Viel Spass und gute Reise…

2 Ray September 26, 2010 um 14:17

@Hubi: Vielen Dank für die aufmunternden und motivierenden Worte und Gedanken. Ja, es wird wohl eine ganz spezielle Reise sein, denn 2 Wochen sind lang…

Zur Ehrrettung von Röbi: Seine Touren gehen in die Wildnis. Da müssen Zelt, Moskitokrempel, leichte Äxte, Spaten usw. auch mit. Auch sind die Einkaufsmöglichkeiten oft 10 oder mehr Tage auseinander, man muss also die ganzen Vorräte mitschleppen.

Wie erwähnt, zur Zeit sieht’s mit dem Gewicht gut aus. Bis Mitte nächster Woche, also ein paar Tage vor Abmarsch, werde ich das Gewicht kennen.

3 Hotle November 8, 2010 um 13:18

Sehr interessant. Plane selbst ‘ne ähnliche Tour im nächsten Sommer.

4 Ray November 8, 2010 um 19:55

@Hotle: Na, dann wünsche ich jetzt schon viel Vergnügen. Wohin soll’s denn gehen?

5 ChliiTierChnübler Dezember 5, 2010 um 11:37

Unten, im Boden eines jeden Hajk-Rucksacks, ist ein eingearbeitetes Fach und dort drin ist eine Regenschutzhülle für den Rucksack inklusive… Aber man kann natürlich auch eine Schutzhülle extra kaufen.

6 Ray Dezember 5, 2010 um 11:46

@ChliiTierChnübler: Muss man, wenn man die Originalhülle irgendwo auf einer Berghütte liegengelassen hat, vorletzten Sommer. :-) Der Hinweis ist aber insofern wertvoll, weil er unterstreicht, dass die Rucksäcke von Hajk gut durchdachte Produkte sind.

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